"Das Carillon wäre das erste der Lausitz und deutschlandweit das einzige, das in einem Kirchenschiff ertönt", erläuterte Kirchenmusikdirektor Wilfried Wilke. "Üblicherweise werden diese Instrumente in Kirchentürmen aufgehängt. Die Glocken mit einem Gewicht zwischen zehn und 1000 Kilogramm würden insgesamt sechs Tonnen wiegen, das ist nach Berechnungen von Statikern möglich."Für den genauen Ort und die Form der Anbringung wurden in der Machbarkeitsstudie zwei Varianten entwickelt. Eine sieht die siebenreihige Anbringung in einer der von Spitzbögen gekrönten Nischen vor. Die Probeglocke wurde im Rahmen der Vorbereitungsarbeiten gegossen. Noch kann auf ihr nur mit einem speziellen Hammer ein Ton erzeugt werden. Auf drei Arten soll das Glockenspiel zum Klingen gebracht werden. Automatisch könnten zu bestimmten Tageszeiten einprogrammierte Choräle erklingen. Freunde dieser Musik wüssten dann schon einige Tage im Voraus, wann ihr Lieblingsstück erklingt. Vom Büchertisch aus könnten auf diese Weise auch Kirchenführungen untermalt werden. Die Glocken könnten von einem eigenen Carillonspieltisch im Kirchenschiff für spezielle Konzerte angeschlagen werden. Für gemeinsame Musik von Glocken und Orgel soll auf der Empore ein Spieltisch entstehen. "Das Carillon würde die Oberkirche für die Kirchengemeinde und die vielen Besucher bis hin zu den Touristen aufwerten und neue Angebote für die Stadt Cottbus insgesamt schaffen", sagte die Vorsitzende des Vereins "Musica Sacra", Edith Lotzmann. "Da wir uns der Förderung der Musik an der Oberkirche verschrieben haben, werden wir das Projekt mit aller Kraft unterstützen." Dieses Engagement wird auch nötig sein, die Kosten werden nach bisherigen Schätzungen etwa 280 000 Euro betragen. Um dieses Geld aufzubringen, wollen Verein, Kirchengemeinde und Kirchenkreis sowie die Stadt zusammenwirken und nach Sponsoren und Fördermöglichkeiten suchen. Erste Spenden gingen beispielsweise beim Geburtstagsempfang für Edith Lotzmann ein. Auch eine Spendenbox wurde bereits in der Oberkirche aufgestellt. Die Initiatoren hoffen, die benötigten Mittel für das Carillon innerhalb von zwei Jahren aufbringen zu können.