Neben der Suche nach dem Mörder des Kindes musste die Polizei zudem starke Kräfte für die Sicherung mehrerer Demonstrationen aufbringen, die für gestern angekündigt waren. Sowohl Rechtsextreme als auch Demonstranten aus dem linken Spektrum hatten zu Kundgebungen aufgerufen.
Unterdessen bestätigte die Polizei Medienberichte, dass sich ein Sexualstraftäter in Leipzig das Leben genommen hat. Der 40-Jährige war von den Ermittlern nach dem Tod der Achtjährigen routinemäßig befragt worden. Einen Zusammenhang zwischen dem Selbstmord und dem Fall Michelle sahen die Ermittler nach eigener Auskunft aber nicht.
Nachdem der Mord an der Schülerin am Sonntagabend in der MDR-Fernsehsendung "Kripo live" thematisiert worden war, seien in der Nacht etliche Hinweise bei der Polizei eingegangen. "Für uns ist es unheimlich schwierig zu definieren, was eine "heiße Spur" ist", sagte Sprecher Andreas Loepki. "Alle Hinweise sind wichtig, weil wir so manche Sachen auch ausschließen können", betonte er. Die Ermittler werteten gestern unter anderem die Befragungen von Kleingärtnern aus einer Anlage unweit des Fundortes der Kinderleiche aus. Unklar blieb, ob Gegenstände, die bei Durchsuchungen gefunden wurden, mit dem Mordfall zu tun haben.
Michelle war am 18. August auf dem Weg vom Schulhort nach Hause verschwunden. Drei Tage später wurde ihre Leiche in einem Teich entdeckt. (dpa/bw)