Anders als die Fallmanager des Jobcenters, die den Bürgern nur von ihrem Schreibtisch aus helfen können, sollen die Integrationsbegleiter ihre Klienten im wahrsten Sinne des Wortes begleiten. Sie helfen nicht nur bei der Suche nach einer Arbeitsstelle, sondern stehen auch dann weiter zur Verfügung, wenn ein neuer Job aufgenommen wurde. Die Begleiter besuchen am Arbeitsplatz, helfen auch dort, wenn Probleme auftreten. "Auch ein Besuch in der Wohnung des Bürgers ist möglich", erläutert Rita Richter vom Jobcenter. Ebenso könnte der Integrationsbegleiter auf dem Weg zur Sucht- oder Schuldnerberatung helfen. "Es soll kein Druck aufgebaut werden. Die Integrationsbegleiter sollen helfen", so Rita Richter. Ziel des Projektes soll stets sein, "durch individuelle Betreuung zu besseren Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verhelfen", wie Landrat Harald Altekrüger (CDU) im Kreistag ankündigte.

Die erste Integrationsbegleiterin für Spree-Neiße hat schon ihre Arbeit aufgenommen, eine weitere soll in Kürze folgen. Ab April sind dann die Mittel für zwei weitere Stellen in Aussicht gestellt worden, wie Werkleiter Hermann Kostrewa (SPD) im Ausschuss erläuterte. Die Stellen sind in dieser Woche öffentlich ausgeschrieben worden und sollen so schnell wie möglich besetzt werden. Gesucht werden Mitarbeiter mit sozialpädagogischem Hintergrund. Auch Wirtschaftskenntnisse sind von Vorteil, da die Begleiter auch eng mit den Arbeitgebern zusammenarbeiten sollen.

Elf Fälle hat die erste Integrationsbegleiterin im Jobcenter bereits aufgenommen, 19 weitere Erstgespräche sind in den kommenden Tagen geplant. "Es läuft recht gut an", sagt Rita Richter. Eine erste Erkenntnis haben die Mitarbeiter des Jobcenters aus den ersten Wochen schon gewonnen: Ein Defizit in vielen der betreuten Fälle ist der fehlende Führerschein. Nun soll nach Möglichkeiten gesucht werden, wie dem Abhilfe geschaffen werden kann.

Wer von den Integrationsbegleitern betreut wird, sollen die jeweiligen Fallmanager entscheiden. Sie leiten Bürger an den Integrationsbegleiter weiter. Kunden könnten aber auch gezielt bei ihrem Fallmanager nachfragen, bestätigte das Jobcenter auf eine Nachfrage des Kreistagsabgeordnete Diethelm Pagel (Linke).

In Guben und Forst konnte die Integrationsbegleiterin bereits Sprechstunden anbieten. In Spremberg soll das ab 26. Februar ebenfalls der Fall sein. Allerdings mussten dort noch Räumlichkeiten gesucht werden. Im Kulturschloss wurde das Jobcenter schließlich fündig. In Cottbus ist ebenfalls eine Außensprechstunde geplant.

Brandenburgs Arbeitsminister Günter Baaske (SPD) ist überzeugt, mit den Integrationsbegleitern auf dem richtigen Weg zu sein. "Das neue Förderprogramm des Landes ist ein wichtiger Beitrag zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit. Bis zum Frühjahr wird die Zahl der Integrationsbegleiter weiter erhöht. Sie helfen direkt, wieder Fuß auf dem ersten Arbeitsmarkt zu fassen", so Baaske. Auch im Jobcenter Spree-Neiße ist das Team optimistisch: "Wir sind sehr dankbar, dass wir hier Unterstützung vom Land bekommen", sagt Rita Richter.