Aufgetaucht war er vor einigen Jahren in Forst. Der Holzkasten war mit raffinierten Lösungen ausgestattet, sodass die sperrigen und schweren Musterbücher problemlos präsentiert und transportiert werden konnten.Der Koffer ist eines von den Exponaten, die die neue Ausstellung lebendiger machen. So hat die Forster Unternehmerfamilie Mrose ein Musterkrempel als Leihgabe zur Verfügung gestellt, ist ein Webstuhl zu betrachten und natürlich vieles aus der Geschichte der Gubener Tuchherstellung. Sie ist keinesfalls vergleichbar mit dem Brandenburgischen Textilmuseum in Forst, hat aber auch mit einem andern Anspruch. "Es kommen vor allem ehemalige Mitarbeiter" so Projektleiterin Petra Lipski von der Beschäftigungs- und Sanierungsgesellschaft Guben (BSG). Falke Moeller-Eilmann hat im Rahmen einer Beschäftigungsmaßnahmen die Ausstellung neu strukturiert und betreut. In besten Zeiten haben in dem VEB Gubener Wolle fast 2000 Mitarbeiter gearbeitet - in etwa genauso viel, wie 1928 in den acht Gubener Textilfabriken beschäftigt waren. 1990 waren es noch 655. Immer noch genug Potenzial an ehemaligen Mitarbeitern also, die auch mal reinschauen. "Wir haben hier Brigadebücher, in denen gerne geblättert wird", erzählt Falke Moeller-Eilmann. Viele ehemalige Mitarbeiter seien dann überrascht, wenn sie sich wiederfinden, oder die Enkel seien stolz, wenn sie ihre Großeltern abgebildet sehen, hat er beobachtet. Die kleine Ausstellung hat viele Exponate, die ihre eigene Geschichte haben. Beispielsweise der Teppich mit dem Gubener Wappen, den einst Lehrlinge hergestellt hatten, Oder die Goldmedaille für Gubener Wolle auf der Leipziger Messe aus dem Jahr 1965. jsDie Ausstellung des Vereins "Gubener Tuche und Chemiefasern" befindet sich auf dem Gelände der BSG, Grünstraße 20 a. Geöffnet ist montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr und freitags von 8 bis 13 Uhr.