Sein roter Kamm schwillt noch, aber das Federkleid wellt sanft, die Augen sind fest geschlossen. "Mein Hahn im Bild ist schon tot. Das ist aus der Krabat-Sage, als Krabat als Fuchs den Schwarzen Müller als Hahn endlich greifen kann", sagt Jürgen Peise. Der Berliner, der in Luckau lebt, mag die Kraft dieser Sage. Ein Drama hat Rosemarie Karge mit Pastellkreide gemalt: Ganz in die Arbeit vertieft hockt die Bäuerin auf dem Feld. Hinter ihr schwebt die Mittagsfrau und schwingt zielstrebig die Sichel. Wer mittags nicht ausruht, den streckt sie nieder. Und wie ein kunterbuntes Feuerwerk hängt der Milchdrachen über einem Bauernhaus. Er bringt auf geheimnisvolle Weise Reichtum und legt ihn auf weißen Tüchern ab. Evelyn Pielenz hat den Drachen mit kräftigen Farben gemalt und bespritzt. Klaus Bramburger schmunzelt. "Sie arbeitet sonst naturalistisch, aber hier ist sie herrlich frech geworden", sagt er.

Viele regionale Künstler hat Bramburger in den Werkstätten so vorsichtig begleitet, dass sie frei werden. "Nach dem Malen haben wir uns mit allen Bildern zusammengesetzt und sie ausgewertet, so dass doch jeder etwas vom anderen lernen konnte", sagt er. Und manchmal ist selbst er, der Meister, überrascht. "Ich hätte nicht gedacht, dass man so winzig solch hübsche Enten hinbekommt. Ich wüsste gern, welchen Pinsel Gisela Rajek hier benutzt hat." Die Enten rudern über die "Lakomaer Teichlandschaft". Die Malerin lässt ein milchiges, weiches Weiß über das türkisfarbene Wasser schweben, bis zum Horizont, wo leise der helle Morgen aufwacht.

Spiegelungen in den Fließen gelingen fast allen gut. Und ganz besonders angetan bei ihren Ausflügen in den Spreewald hatten es ihnen die Kopfweiden. Bei Wilfried Schulze wirken sie wie stolze schwangere Frauen - mit viel Farben und Leben in sich, obwohl noch kein einziges Blatt an ihnen winkt.

Und Christa Schötz hat so viel in den Weiden gesehen, dass ihr zwei ganz verschiedene Bilder gelingen: eine Kreide-Weide, die wie ein Gnom um die Ecke grinst, und eine Aquarell-Weide, auf der Blätter und Licht und feine Strukturen miteinander spielen. Höfe im Detail von Werner Brummack, Bauernhäuser weich verfließend von Ralf Frenzel. Und der Wassermann? Wurde er der von Bramburger viel beschworenen "Kunst des Weglassens" geopfert?

Nein, Rosemarie Karge, malte ihn. Wer ihn nicht findet, sollte in der Kulturinformation "Lodka" nach ihm fragen.

Bis zum 5. Oktober, so Sprachschulleiterin Maria Elikowska-Winkler, sind die Bilder im Wendischen Haus zu sehen.