Die Webseite von Neckermann erscheint seit dem gestrigen Montag nicht mehr rot, sondern schwarz unterlegt. Mit weißer Schrift wird darauf den Kunden mitgeteilt, dass der Geschäftsbetrieb eingestellt ist. Aufgeführt ist auch, was Verbraucher wissen und beachten sollten, wenn sie kürzlich Waren bestellt – oder noch Zahlungsverpflichtungen gegenüber Neckermann haben. Unabhängig davon gibt Verbraucherschützer Jan Wilschke aus Frankfurt (Oder) Antwort auf die wichtigsten Fragen.

Was passiert mit bestellter Ware?

Bestellte Ware muss ausgeliefert werden, sagt Jan Wilschke. Der Kunde habe mit dem Unternehmen einen Vertrag geschlossen. "Und diesen Vertrag muss der Insolvenzverwalter auch erfüllen." Nach Angaben von Neckermann ist man bemüht, bis zum 30. September bestellte Ware noch im Oktober auszuliefern, wenn sie verfügbar ist.

Was ist bei Ratenkäufen und Zahlpausen zu beachten?

Neckermann-Kunden dürfen Ratenzahlungen für gekaufte Produkte nicht einfach einstellen. "Sie müssen die Raten weiter bezahlen", erklärt Wilschke. Dabei ist darauf zu achten, dass die Zahlungen auf das richtige Konto fließen. "Wenn sich die Kontoverbindung ändert, muss sie der Insolvenzverwalter darüber aber in Kenntnis setzen." Dies geschehe in der Regel schriftlich. "Eine Veröffentlichung auf der Homepage reicht nicht aus." Die Zahlpausen gebe es, so die Information auf der Neckermann-Webseite, vertragsgemäß weiter.

Bestehen Gewährleistungsansprüche für gekaufte Waren?

Auch wenn Neckermann abgewickelt wird – das Gewährleistungsrecht bleibt bestehen. "Allerdings ist es in der Praxis nicht einfach, Ansprüche durchzusetzen", sagt Wilschke. Kunden könnten defekte Waren zwar umtauschen oder die Erstattung des Kaufpreises fordern. Doch dann werde der Kunde zum Gläubiger. "Ob man am Ende etwas zurückbekommt, ist nicht sicher." Allerdings gebe es oft noch eine Garantie. Dafür müssten betroffene Kunden mit dem Hersteller Kontakt aufnehmen.

An wen müssen sich Kunden bei Problemen wenden?
Ansprechpartner ist immer der Insolvenzverwalter oder dessen Stellvertreter. Insolvenzverwalter sind Joachim Kühne und Michael Frege von der Kanzlei CMS Hasche Sigle.