Vor allem mit Vorurteilen und offenen Anfeindungen der Gesellschaft hatte die Wienerin laut eigenen Aussagen stets zu kämpfen. Nun wolle sie versuchen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und gibt Kritikern auch schon mal Kontra.

Im Alter von zehn Jahren wurde Kampusch 1998 auf dem Schulweg von Wolfgang Priklopil entführt und acht Jahre auf kleinstem Raum gefangen gehalten. Der Nachrichtentechniker wollte sich nach Vermutung der Polizei eine ideale Gefährtin erziehen. Ihr später auch verfilmtes Buch "3096 Tage" beschäftigte sich mit den Grausamkeiten der Gefangenschaft: Essensentzug, Gewalt und die Rationierung von Sauerstoff musste die Heranwachsende erleiden. Vor zehn Jahren gelang der heute 28-Jährigen die Selbstbefreiung aus dem Einfamilienhaus in Strasshof in der Nähe von Wien. Doch das enorme Medieninteresse hätte ihr den Aufbau eines Alltags sehr schwer gemacht, so Kampusch. Bis heute gibt es Kopfschütteln über Ermittlungsfehler, aber auch über das Verhalten des Opfers. So besitzt Kampusch das Haus ihres Peinigers und ist regelmäßig dort.