Doch darauf, was den Forschern der US-Weltraumbehörde Nasa jetzt gelang, hat die Wissenschaft lange gewartet.
"Berührt und geschmeckt" habe man das Wasser, sagt Prof. William Boynton (Universität Arizona) geradezu überschwänglich. Zwar konnte der Roboterarm der Raumsonde "Phoenix" das wertvolle Nass zunächst nur in Form von Eis aus dem Marsboden graben, und Indizien für Leben auf dem Roten Planeten gibt es bislang nicht. Doch der Erfolg dürfte der Marsforschung mächtig Auftrieb geben - auch den Plänen der Nasa, in den nächsten 20 Jahren Menschen auf den Nachbarplaneten der Erde zu schicken.
"Die Champagnerkorken haben geknallt", freute sich Boynton. Die historische Entdeckung ist so etwas wie ein Geburtstagsgeschenk für die Nasa, die derzeit ihr 50-jähriges Bestehen feiert. Seit langem hat es nicht mehr eine derart gute Nachricht aus dem All gegeben. "Die Tatsache, dass das Eis bei null Grad Celsius geschmolzen ist, lässt sehr wenig Zweifel, dass es sich um Standard-Wassereis handelt", heißt es bei der Nasa. Zudem hätten die Sensoren des Labors "die bekannte chemische Zusammensetzung von zwei Wasserstoffatomen und einem Sauerstoffatom" nachgewiesen.
Doch nach dem Fund beginnt erst die eigentliche Arbeit. Denn als Voraussetzung für organisches Leben gilt allein flüssiges Wasser. Nächste Aufgabe der Wissenschaft ist es daher zu prüfen, wie tief der Marsboden gefroren ist, und ob es in tieferen, wärmeren Bodenschichten noch heute flüssiges Wasser gibt. (dpa/ig)