Dort klagen Faschingsvereine aber schon länger über fehlenden Nachwuchs. "Und geht's der Wirtschaft noch so schlecht, mir feire Fastnacht - jetzt erst recht!": In Karlsruhe tauchen die klammen Kassen sogar im Motto des Fastnachtsumzugs auf. Im Südwesten wirke die Krise keineswegs als Spaßbremse, sagt VSAN-Geschäftsführer Uwe Schreiber. Grund seien vor allem die geringen Kosten für die traditionellen Straßenumzüge. "Wir sind weniger betroffen, weil wir unsere Fastnacht anders finanzieren, als es zum Beispiel der Karneval in Köln, Düsseldorf oder Mainz tut", erklärt Schreiber. Dort würden größere Umzüge vor allem von Sponsoren getragen. Hochstimmung am Rhein In den rheinischen Karnevalshochburgen herrscht Hochstimmung. Denn wie ein Sprecher des Comitees Düsseldorfer Carneval sagt, stoßen die Veranstaltungen in der NRW-Landeshauptstadt wie gehabt auf großes Besucherinteresse. Ein Rückzug der Sponsoren sei ebenfalls nicht zu bemerken. In Köln, Bonn und Aachen lassen sich die Jecken von der Krise ebenso wenig die Laune verderben. "Eine Rundfrage unter den Vereinen hat ergeben, dass wir keine Veränderungen im Vergleich zum letzten Jahr haben", sagt Sigrid Krebs, Sprecherin des Kölner Festkomitees. In Aachen wurde am Wochenende sogar ganz besonders gefeiert. Mit Mario Adorf erhielt am Samstag zum ersten Mal ein Schauspieler den Karnevalsorden wider den tierischen Ernst. "Sie haben Persönlichkeit, Glaubwürdigkeit, Charme, ganz viel Humor und ganz viel Witz", sagte der Präsident des Aachener Karnevalsvereins Horst Wollgarten bei der Verleihung. Auch Mainz singt und lacht nicht anders als sonst. Die Krise sei bei den großen Vereinen kein Thema, sagt Karl-Heinz Werner vom Mainzer Carneval-Verein. Auswirkungen im Osten Krasse Auswirkungen der Krise spüren die Narren hingegen in Thüringen und Berlin. "Wir bekommen die Säle nicht mehr richtig voll. Das Publikum ist spärlich geworden", sagt der Vorsitzende des Festkomitees Berliner Karneval, Edmund Braun. "Wenn Sie im Moment auf die Suche nach Sponsoren gehen, bekommen Sie zu hören: Wären Sie doch letztes Jahr gekommen", erklärt Thorsten Egenolf, Präsident der Charlottenburger KG Blau-Gelb. dpa/ck