Des Kanzlers Werben um die Initiative von Deutschen, Franzosen und Russen zu einer friedlichen Abrüstung des Iraks blieb vergeblich. Aznar kam nicht mit ins Boot. Der konservative Madrider Regierungschef rückte in der Frage des Irak-Konflikts keinen Deut von seiner pro-amerikanischen Haltung ab.
Mit dieser Linie stößt Aznar selbst seine eigenen Landsleute vor den Kopf. Die große Mehrheit der Spanier - über 70 Prozent - lehnen einen Krieg im Irak strikt ab. 65 Prozent der Spanier meinen, Aznar sollte von den USA abrücken und sich dem Lager der Deutschen und Franzosen anschließen.
Unter diesen Umständen erwies es sich jetzt für Aznar geradezu als ein Glücksfall, dass sein Treffen mit Schröder auf der abgelegenen Kanaren-Insel stattfand. Auf Lanzarote säumten nur gut 100 Anti-Kriegs-Demonstranten die Straße vom Flughafen zum Tagungshotel. In einer der großen spanischen Metropolen hätte es mit Sicherheit Protestkundgebungen gegeben. Dort gingen bereits Tausende gegen einen Krieg auf die Straßen.
Für den pro-amerikanischen Kurs Aznars dürfte es zwei Beweggründe geben. Erstens legt Spanien viel Wert auf die Hilfe der Amerikaner beim Kampf gegen den Terrorismus. Allerdings wurde nie gesagt, in welcher Form die USA zur Bekämpfung des Eta-Terrors in Spanien beitragen. Zweitens erhofft sich Aznar, wie die Zeitung "La Vanguardia" vermutet, mehr Einfluss in der Weltpolitik.