Er hoffe, dass die Regierung noch einlenke. Nach den Vorstellungen der Regierung soll der Anteil erneuerbarer Energien am Strommix in Sachsen in den nächsten zehn Jahren auf 30 Prozent steigen, aus Sicht der mitregierenden FDP sollten es maximal 25 Prozent sein.

Nach Angaben von Zastrow, der auch FDP-Landeschef ist, stimmten die FDP-Minister im Kabinett von Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) der Zielzahl von 30 Prozent allerdings zu. Zastrow sagte, in der Regierung sei zunächst sogar ein Anteil von 35 Prozent im Gespräch gewesen, somit handele es sich bei den 30 Prozent bereits um einen Kompromiss.

Derzeit liegt der Anteil bei den erneuerbaren Energien in Sachsen am Strommix bei rund 17 Prozent, wie Zastrow mit Verweis auf Zahlen des Wirtschaftsministeriums sagte. "Wir kämpfen darum, dass unsere Position von der Regierung aufgenommen wird." Das Thema werde auch im nächsten Koalitionsausschuss eine Rolle spielen. Eine Abstimmung im Landtag dazu ist allerdings nicht vorgesehen.

Die Zielgröße ist Grundlage für die weitere Planung und Ausweisung von Flächen etwa für Fotovoltaik-Anlagen und Windkraftanlagen im Freistaat. Zastrow sagte, ein langsamerer Ausbau bei erneuerbaren Energien sei den Liberalen sehr wichtig. Er verwies dabei auf den Anstieg der Strompreise wegen der höheren Umlage zugunsten erneuerbarer Energien. Zastrow forderte bundesweit eine nahezu komplette Abschaffung der Stromsteuer. Zudem müssten solche Energieerzeuger zur Kasse gebeten werden, die stark schwankende Strommengen einspeisten und damit steigende Netzentgelte verursachten.

Zastrow kündigte zugleich eine Gesetzesinitiative an, um den Bau neuer Windkraftanlagen in der Nähe von Wohnhäusern und "touristisch relevanten Bereichen" zu verhindern. Ziel sei es, in die sächsische Bauordnung Abstandsflächen aufzunehmen. Er sprach von einer Gesetzeslücke, da es eine solche Regelung bislang in Sachsen nicht gebe. Auf konkrete Zahlen zum möglichen Abstand zwischen den Windkraftanlagen und Wohnhäusern wollte er sich aber nicht festlegen. Dies werde im Zuge des Gesetzgebungsverfahrens zu diskutieren sein.

Bereits in der Vergangenheit hatte der FDP-Politiker einen Ausbaustopp bei Windkraftanlagen gefordert und vor einer "Verspargelung der sächsischen Kulturlandschaft" gewarnt. Potenzial sieht er dagegen bei dezentralen Anlagen mit Energiespeichern. Diese sollen nach Regierungsplänen künftig auch erstmals gefördert werden. Im Doppelhaushalt 2013/2014 sind dafür nach FDP-Angaben insgesamt drei Millionen Euro für eingeplant.