Klaus Molks (69), Calau, Rentner: „Es war von Kurt Beck die richtige Entscheidung, als SPD-Parteivorsitzender zurückzutreten. In den vergangenen Monaten hat er häufig herumgeeiert und keine klaren Aussagen getroffen. Damit hat er sich und dem Ansehen der Partei geschadet. Ob Beck die Entscheidung aus freien Stücken oder unter ,Zwang‘ getroffen hat, weiß ich natürlich nicht. Aber ich respektiere und akzeptiere seinen Schritt. Mit Frank-Walter Steinmeier stellt die Partei genau den richtigen Kandidaten für die anstehende Bundestagswahl. Schließlich zählt er zu den beliebtesten Politikern im Land. Das ist ein, wenn auch nur kleiner, Pluspunkt für die SPD.“

Jana Richter (42), Guben, zurzeit in Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegehelferin: „Ich sehe keine besseren Chancen für die SPD bei der Bundestagswahl 2009. Die Parteiführung muss erst einmal Ordnung schaffen in den eigenen Reihen. Ich halte die personellen Veränderungen in der Parteispitze für bedeutend zu spät. Ich vermisse bisher bei der SPD Führungsstärke und soziale Kompetenz – zum Beispiel im Bereich der Pflege von bedürftigen Menschen; unter anderem in Pflegeheimen, wo es nach meiner Meinung zu wenig professionelles Personal gibt.“

Barbara Hackenschmidt, 53, Elbe-Elster-Kreis, SPD-Abgeordnete im brandenburgischen Landtag: „Ich hoffe, dass wir nun durch das Schlingerwasser hindurch sind und uns wieder den Sachthemen zuwenden können anstatt der Personaldiskussion. Ich war schon immer für eine Doppelspitze wie jetzt. Der Vorsitzende muss nicht immer der Kanzlerkandidat sein. Ich ziehe den Hut vor Herrn Becks Schritt.“

Stephan Creuzburg, 66, Elsterwerda, Apotheker: „Aus meiner Sicht ist die neue Führungsspitze der SPD nicht optimal, weil mir die linke Seite nicht mehr abgedeckt scheint. Deshalb verschlechtern sich aus meiner Sicht auch die Chancen der SPD bei der Bundestagswahl 2009.“

Wolfgang Petsch, 70, Weißwasser, Rentner: „Ich bin etwas enttäuscht, dass es solche innerparteilichen Streitigkeiten in so einer großen deutschen Partei gibt. Es geht doch nicht um eine Person, sondern um ein ganzes Land, das in Mitleidenschaft gezogen wird. Die SPD hat doch gerade gegenüber ihren Bürgern eine große Verantwortung. Auch international gesehen gibt dies kein gutes Bild von Deutschland ab. In Sachen Bundestagswahl wird ja wieder viel versprochen werden, aber ich glaube schon, dass die Neuigkeiten der SPD auch Einfluss auf die Wahlen haben könnten.“

René Blümel, 37, Weißwasser, selbstständiger Werbefachmann: „Eine ganze Partei wird ja nicht durch eine einzige Person verändert, es gibt ja auch in der SPD eine gewisse Richtung. Sie ändert ja nicht von heute auf morgen ihr Gesicht. Außerdem gibt es gewisse Schwerpunkte. Ich glaube nicht, dass der Führungswechsel von großem Gewicht sein wird. Bei den Bundestagswahlen wird solch’ ein tagespolitisches Problem keine große Rolle spielen.“