Bezeugt aber ist, dass sich die Frau, die als Maria Sklodowska in Warschau zur Welt kam und als Madame Curie in Paris zu Weltruhm gelangte, am liebsten in ihrem „Tempel“ ablichten ließ – vertieft in die Arbeit. „Tempel“ nannte sie ihr Forschungslabor.

Dabei hätte Marie Curie viel Grund zu Freude und Fröhlichkeit gehabt. Die Naturwissenschaftlerin stürmte von Erfolg zu Erfolg. Sie war die erste Frau, die einen Nobelpreis erhielt. 1903 wurde Marie im Fach Physik für die Entdeckung und Erforschung der Radioaktivität ausgezeichnet. Aber Marie Curie war auch die erste Frau, die einen Lehrstuhl an der weltberühmten Pariser Universität Sorbonne innehatte. Und sie war der erste Mensch, der einen zweiten Nobelpreis in einer anderen Disziplin errang.

100 Jahre war es am gestrigen Montag her, dass die Jury in Stockholm der Polin die Auszeichnung für Chemie zuerkannte. Geehrt wurde sie für die Entdeckung der Elemente Polonium und Radium. Marie Sklodowska-Curie stammte aus einer Familie verarmter polnischer Kleinadeliger im damals russisch beherrschten Warschau. Weil Maria dort als Frau nicht studieren durfte, zog sie mit 24 Jahren nach Paris. In Paris zählte für die junge Frau zunächst nur das Studium der Naturwissenschaften. Mit einer Mischung aus Leidenschaft und Genie erarbeitete sie sich Weltruhm.

Auch in ihr Privatleben kehrte das Glück zurück. Marie lernte im Labor – wo sonst? – ihren geliebten Pierre kennen. 1895 heirateten die beiden Wissenschaftler und bekamen später zwei Töchter. Doch die Forschung mit radioaktivem Material forderte ihren Tribut. Pierre Curie aber geriet in einem Anfall von Schwäche 1906 vor eine Kutsche und starb an den erlittenen Quetschungen.

Marie Curie fand ihr Lächeln auch mit zweiten Nobelpreis nicht wieder. Frauen- und fremdenfeindliche Intrigen hafteten an ihr. Unterkriegen ließ sie sich aber nicht. Doch der Fluch der Radioaktivität holte sie ein. 1934 starb Marie Curie an den Spätfolgen der Strahlenkrankheit.