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| 02:47 Uhr

Zwischen Geld und Genugtuung

Der Streit zwischen Jörg Kachelmann und seiner ehemaligen Geliebten Claudia D. tritt in eine neue Phase: Diesmal geht es um Geld – aber wahrscheinlich noch mehr um Genugtuung. dpa/sm

Kachelmann fordert Schadenersatz: 13 352,69 Euro von der Frau, die ihn wegen Vergewaltigung angezeigt hatte. Am morgigen Mittwoch verhandelt das Landgericht Frankfurt über die Klage.

In der 26 Seiten langen Klageschrift argumentiert Kachelmanns Anwältin, Claudia D. habe vorsätzlich falsch ausgesagt und sich selbst Verletzungen zugefügt, um Kachelmann ins Gefängnis zu bringen. Deshalb habe sie die Kosten der Verteidigung zu ersetzen. Diese seien "direkte Folge der von der Beklagten veranlassten, unrechtmäßigen Verhaftung und anschließenden Untersuchungshaft". Im Strafprozess hatte das Landgericht Mannheim Kachelmann am 31. Mai 2011 freigesprochen. Der Vorsitzende Richter hatte allerdings betont: "Der heutige Freispruch beruht nicht darauf, dass die Kammer von der Unschuld von Herrn Kachelmann und damit im Gegenzug von einer Falschbeschuldigung der Nebenklägerin überzeugt ist." Genau das müsste Kachelmann nun beweisen: Dass er unschuldig ist und Claudia D. ihn falsch beschuldigt hat. Denn anders als im Strafverfahren trägt er im Zivilprozess als Kläger die Beweislast.

Fängt also alles nochmals von vorne an? Justiz-Insider vermuten, dass die Zivilrichter alles versuchen werden, um eine neue, umfangreiche Beweisaufnahme zu vermeiden. Sie könnten sich soweit wie möglich auf die Feststellungen aus dem Strafurteil stützen. Doch die Ergebnisse und Schlussfolgerungen der Strafrichter sind für das Zivilverfahren nicht bindend. Und Kachelmann könnte versuchen, mit neuen Beweisanträgen oder Gutachten doch noch einen Beweis für seine Unschuld zu erbringen.

Die Klageschrift enthält zudem eine dezente Drohung: Kachelmann mache "lediglich einen kleinen Teil" des Schadens geltend, der ihm entstanden sei. "Weitergehende Schäden wie zum Beispiel Verteidigungskosten und Verdienstausfälle aus der Zeit der Hauptverhandlung und Reputationsschäden sind nicht Gegenstand dieser Klage.