Zusammen mit dem 21-jährigen Libanesen Youssef Mohamad, der am Samstag in Kiel festgenommen worden war und in Untersuchungshaft sitzt, soll er am 31. Juli die Kofferbomben-Anschläge auf zwei Regionalzüge der Bahn versucht haben. Die Bomben detonierten nur wegen eines technischen Fehlers nicht. Auch gegen Hamad war Haftbefehl erlassen worden.Während die Fahndung auf Hochtouren lief, wurde die politische Debatte über schärfere Sicherheitsmaßnahmen in Deutschland hitziger. Der SPD-Innenpolitiker Dieter Wiefelspütz wies den Vorschlag von CDU/CSU-Vizefraktionschef Wolfgang Bosbach zurück, einreisende Ausländer strenger zu kontrollieren. „Ich finde, dass die Sicherheitsdebatte viel zu hektisch abläuft, grobschlächtig, primitiv, ohne Sinn und Verstand“, sagte er dazu dem Berliner „Tagesspiegel“.

Der Leiter des Hamburger Landesamtes für Verfassungsschutz, Heino Vahldieck, geht davon aus, dass in Deutschland rund 300 Hisbollah-Anhänger leben. Davon hielten sich rund 25 in Hamburg auf, sagte er im Bayerischen Rundfunk.

Wiefelspütz forderte in der „Netzeitung“ zugleich die Muslime in Deutschland zu einem klaren Bekenntnis gegen den Terror auf. „Die Muslime sollten deutlich artikulieren, dass sie mit Terrorismus und Extremismus nichts zu tun haben.“ Er sei sich zwar sicher, dass die rund drei Millionen Muslime in Deutschland „rechtstreu und friedlich“ seien. Sie sollten sich aber „in Sachen Terror deutlicher positionieren“. Zugleich warnte Wiefelspütz: „Wir sollten jeden oberlehrerhaften Ton gegenüber den Muslimen in Deutschland unterlassen.“

Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, warnte davor, Muslime unter einen Generalverdacht zu stellen. „Man muss aufpassen, dass bestimmte Religionen und Ethnien nicht automatisch unter Terrorverdacht geraten und stigmatisiert werden“, sagte er der „Berliner Zeitung“.

Auch der Generalsekretär des Zentralrats der Muslime, Aiman Mayzek, wandte sich gegen einen „Generalverdacht“. Man sollte „nicht mehrere Tage lang das Täterprofil nur an der Religion festmachen“, sagte er der „Thüringer Allgemeinen“. „Die Debatte ist in eine Schieflage geraten. Es wird kein Unterschied mehr gemacht zwischen Terroristen und Muslimen“, kritisierte er in der „Berliner Zeitung“. Im „heute-journal“ des ZDF appellierte Mayzek an die Muslime, sich deutlich vom Terrorismus zu distanzieren. „Es ist Moslempflicht und Bürgerpflicht, extremistische Tendenzen zu benennen und zu melden.“

Der Vorsitzende des Bundes der Kriminalbeamten, Klaus Jansen, begrüßte Überlegungen für eine stärkere Kontrolle des Internets. Allerdings stehe den Behörden dafür viel zu wenig Personal zur Verfügung, sagte er im Programm „hr-info“ des Hessischen Rundfunks. Das rasche Einstellen von Dolmetschern könne hier nur begrenzt Abhilfe schaffen. „Die Landesinnenminister werden in die Qualifizierung des Personals mehr investieren müssen.“