Das Land Brandenburg ist nach den Worten des Bildungsministeriums gut auf den Rechtsanspruch auf Krippenplätze von August 2013 an vorbereitet. "Die Betreuungsquote für die unter Dreijährigen ist bereits jetzt überdurchschnittlich hoch und eine der besten in Deutschland", sagte Sprecherin Antje Grabley. Der Städte- und Gemeindebund sowie die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) zeigten sich jedoch nicht so optimistisch wie das Ministerium. Mängel gebe es noch bei der Finanzierung und den Fachkräften, hieß es bei einer Umfrage.

Mehr als die Hälfte der Kleinkinder im Land werde bereits in Kitas oder von Tagesmüttern betreut, sagte Grabley. "Hier im Land gibt es den Rechtsanspruch jetzt schon." Da die Quote zufriedenstellend sei, werde vermehrt an der Qualität gearbeitet. 205 Millionen Euro stecke das Land jährlich in die Entwicklung der Kitas. "Davon werden allein 3,5 Millionen Euro für die frühkindliche Sprachförderung und 36 Millionen Euro für eine Verbesserung des Personalschlüssels ausgegeben", erklärte Grabley.

Waren früher pro Erzieher sieben Kinder eingeplant, sind es jetzt nur noch sechs. Vor zwei Jahren hatte das Bildungsministerium daher landesweit 895 zusätzliche Stellen für Erzieher beschlossen. "Wir rechnen damit, dass die Kommunen und die freien Träger das umgesetzt haben", sagte Grabley. Die GEW hat daran ihre Zweifel. "Es fehlen 900 Erzieher", sagte Jugendhilfereferentin Carmen Scheffler. Ein Ausgleich des Fachkräftemangels sei "bis August kommenden Jahres nicht zu schaffen". Um Anreize zu schaffen, müssten die Ausbildung verbessert und die Gehälter erhöht werden.

Auch gehe die Verfügbarkeit von Krippenplätzen in einigen Kommunen noch nicht konform mit dem neuen Gesetz. "In Potsdam gibt es beispielsweise unzählige Wartelisten", erklärte Scheffler. Sie fordert betreffende Kommunen auf, zusätzliche Gelder frei zu machen.

Eine Entwarnung will auch der Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Karl-Ludwig Böttcher, nicht aussprechen. "Es ist mitnichten so, dass alles in trockenen Tüchern ist." Die brandenburgische Situation sei zwar nicht so problematisch wie in manch westdeutschem Bundesland - dies liege aber an einer "von Haus aus höheren Betreuungsquote".

Der künftige Rechtsanspruch gelte vorbehaltlos in jedem Fall. Böttcher sagte, er befürchte daher von 2013 an vermehrt Klagen enttäuschter Eltern, da die Kommunen dem Platzanspruch auch künftig nicht in jedem Fall gerecht werden könnten. Zudem habe das Land 2010 angekündigt, die Kosten für zusätzliche Erzieherinnen zu übernehmen. "Das ist so nicht geschehen", kritisierte er.