Kritiker der massiven Jagd auf Schwarzwild stellen mitunter einen Zusammenhang zwischen Schweine-und Geflügelpest her. Sie fragen dann zugespitzt: Soll bald auch noch alles Wildgeflügel als Überträger der Krankheit getötet werden?

Der Vergleich sei schwierig, sagt Elke Reinking vom Friedrich-LöfflerInstitut für Tiergesundheit auf der Insel Riems. „Die Influenza Viren Typ A kommen natürlich bei Wildvögeln vor. Man wird es nicht verhindern können, dass sich daraus ab und zu ein Geflügelpest-Erreger entwickelt“, erklärt Reinking. Problematisch sei, dass es seit 1997 in Südostasien eine Region gebe, wo die Viren zirkulieren zwischen natürlichen Wirten – wilden Wasservögeln – und gehaltenem Geflügel. Und im Hausgeflügel können sich dann besonders gut Varianten entwickeln, die für die Tiere sehr krankmachend seien. Oft kämen diese dann wieder in den Wildvogelbereich, wo einzelne Vögel auch sehr empfänglich für diese Viren sind und daran sterben.

Das Gegenüberstellen mit der afrikanischen Schweinepest sei ein wenig wie der Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen. Bei der Schweinepest gebe es kein Virus, das in den Beständen perse vorkomme und sich zudem ständig verändere.

Bei der Schweinepest habe man mit guten Vorkehrungen tatsächlich eine Chance, es auch wieder loszuwerden, betont die Sprecherin des Friedrich-Löffler-Institutes.

„Es hat in den 60er-Jahren einen Eintrag von Afrikanischer Schweinepest auf der Iberischen Halbinsel, insbesondere in Spanien“, erklärt sie. „Dort hat es 30 Jahre gedauert, um die Krankheit komplett wegzubekommen. Es musste die ganze Schweinehaltung umgestellt werden. Das war ein hartes Stück Arbeit“, sagt sie. Betroffen waren damals vor allem die schwarzen Schweine, aus denen der berühmte Iberico-Schinken hersgestellt wird.