Ihre Kandidatin heißt Tatjana Festerling, eine ehemalige AfD-Funktionärin aus Hamburg. Die 50-Jährige gibt nicht viel über sich bekannt, sie verlässt sich auf ihre Bühnenpräsenz bei den Pegida-Demonstrationen. Zur Truppe um Pegida-Frontmann Lutz Bachmann war sie dazugestoßen, nachdem die talkshow-erprobte Kathrin Oertel ausgestiegen war. Festerlings Unterstützerseite auf Facebook hat zwar 10 300 Fans, die machen indes kommunalpolitisch nicht viel aus. Die Umfragen sehen sie bei zwei Prozent.

Ob es die Hamburgerin doch zu einem Achtungserfolg bringt, hängt auch von der AfD ab. Für die tritt der 57-jährige Finanzmakler Stefan Vogel an. Der setzt im Wahlkampf auf möglichst große Abgrenzung zu Pegida - und dümpelt in den Umfragen bei einem Prozent. Nach der Kommunalwahl im Mai 2014 war die AfD mit sieben Prozent in den Stadtrat eingezogen. Im Rennen ums Rathaus setzt die AfD auf abtrünnige Konservative. Das könnte wiederum den CDU-Kandidaten wertvolle Stimmen kosten.

Für die CDU geht Innenminister Markus UIbig (CDU) ins Rennen. Der 51-Jährige begann seine politische Karriere als Oberbürgermeister von Pirna, nahe Dresden. Dort lebt er noch immer mit seiner Familie - und will auch als Dresdner Stadtoberhaupt dort wohnen bleiben.

Ulbig und die SPD-Kandidatin Eva-Maria Stange sitzen seit November vergangenen Jahres zusammen am schwarz-roten Regierungstisch. Die 58-jährige gelernte Lehrerin Stange tritt als überparteiliche Kandidatin für ein Bündnis aus SPD, Grünen und Linken an. Sie war von 2006 bis 2009 Wissenschaftsministerin in der ersten CDU/SPD-Staatsregierung - und ist es wieder bei der Neuauflage von Schwarz-Rot.

Als Amtsinhaber geht der FDP-Mann Dirk Hilbert in den Wahlkampf. Er tritt für den Verein "Unabhängige Bürger für Dresden" an. Der 43-Jährige ist seit 2008 Erster Bürgermeister. Seit dem Rücktritt von Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) im Februar führt Hilbert die Geschäfte der Landeshauptstadt kommissarisch.

Eine Prise Glamour bringt Lars Stosch in den Wahlkampf. Mit blonder Perücke, Kleidchen und Krönchen und unter dem Namen Lara Liqueur tritt der DJ für die Spaßpartei "Die Partei" an. Der geht es um "Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative" - und um das Verulken des Politbetriebs. "Ohne Alkohol bin ich nicht ich selbst", sagte die Kandidatin bei ihrer offiziellen Vorstellung. "Die Deutschen trinken auch gern. Ich bin also nah an meinem Volk!" Eine bechernde Drag Queen als Nachfolgerin von Helma Orosz, das ist in Dresden kaum mehrheitsfähig. Aber die 240 Unterstützerunterschriften für die Kandidatur brachte Lara Liqueur zusammen.

Insgesamt wurden 18 Wahlvorschläge eingereicht. Zwölf Wahlvorschläge konnten vom Gemeindewahlausschuss nicht zugelassen werden, da die erforderlichen Unterschriften fehlten.