Den Angeklagten wird vorgeworfen, den 30-Jährigen im September 2009 mehrfach brutal geschlagen zu haben. Der Mann sei dauerhaft behindert und bleibe für den Rest seines Lebens ein Pflegefall, so die Staatsanwaltschaft. Das Motiv ist bisher unklar, wird aber in den Beziehungen der vier Menschen zueinander vermutet.

Die 23-Jährige und die beiden 34 Jahre alte Mitangeklagten gaben die Misshandlung durch Schläge zum Prozessauftakt zu, so Gatz. Die Schwere der Tat hätten die Arbeitslose, der Hartz IV-Empfänger und der gelernte Dreher jedoch heruntergespielt. Das Opfer sei seit dem Vorfall halbseitig gelähmt und auf den Rollstuhl angewiesen. Laut Anklage haben ihn die stark betrunkenen Angeklagten in seiner Wohnung etwa eine Stunde lang misshandelt. Das Opfer habe dabei so schwere Kopfverletzungen erlitten, dass es nur durch eine Operation gerettet werden konnte, so Gatz.

Der Geschädigte tritt als Nebenkläger auf, wurde am Dienstag aber von einem Anwalt vertreten. Er soll im Laufe des Verfahrens aber auch selbst aussagen. Für den Strafprozess sind acht Verhandlungstage bis zum 31. Mai terminiert. Die Kammer will insgesamt 23 Zeugen und vier Sachverständige hören. Im Falle einer Verurteilung drohen den Beschuldigten Freiheitsstrafen zwischen einem und zehn Jahren, so Gatz.