Die anderen vier Kandidaten ließen sich am Montag noch nicht in die Karten schauen, ob sie am 17. Februar nochmal ihren Hut in den Ring werfen. Bis Mittwoch 18 Uhr können für den zweiten Wahlgang Vorschläge zurückgezogen oder neu eingereicht werden.

Amtsinhaber Jung will nun vor allem die Nichtwähler mobilisieren. "Wir müssen noch einmal intensiv auf die Menschen zugehen", sagte er am Montag. Er hatte bei der Wahl am Sonntag mit rund 40 Prozent zwar das mit Abstand beste Ergebnis erzielt, die absolute Mehrheit aber klar verfehlt. "Ich glaube, ich bin gut beraten, im Wahlkampf noch stärker auf unsere Erfolge zu verweisen", sagte Jung. Rückenwind von anderen Parteien wolle er nicht. "Ich werde meinen Wahlkampf weiterführen und keine strategischen Gespräche", sagte er.

Der sächsische CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer stellte sich hinter Wawrzynski (25,9 Prozent): "Mit Horst Wawrzynski haben wir jemand, der als Polizeipräsident bewiesen hat, dass er eine große Verwaltung führen kann, dass er auch Prinzipien hat. Er kann Prioritäten setzen. Darauf setzen wir weiterhin."

Barbara Höll von der Linken (15,3 Prozent) würde laut einem Bericht von "LVZ-Online" am liebsten eine Front gegen SPD und CDU schmieden. Zusammen mit den Stimmen des unabhängigen Kandidaten Dirk Feiertag (6,9 Prozent) und von Grünen-Kandidat Felix Ekardt (9,8 Prozent) gebe es ein Lager von gut 30 Prozent gegen die beiden bürgerlichen Kandidaten, sagte sie. Allerdings muss der Stadtvorstand noch über eine erneute Kandidatur von Höll entscheiden. Der Grüne Ekardt hatte sich schon am Wahlabend bedeckt gehalten, ob er in die zweite Runde geht. Ebenso FDP-Kandidat René Hobusch, der auf nicht einmal zwei Prozent kam.