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Zwei Bankautomaten in einer Nacht gesprengt

FOTO: Michael Leske
Forst/Görlitz. Gleich zweimal haben die Bankautomaten-Sprenger in der Nacht zum Mittwoch in der Lausitz zugeschlagen. In Forst (Spree-Neiße) wurde gegen 2 Uhr ein Automat gesprengt. In Bertsdorf-Hörnitz bei Zittau (Kreis Görlitz) schlugen die Täter gegen 3.20 Uhr zu. Bodo Baumert und Rüdiger Hofmann

Das Muster der aktuellen Sprengattacken ähnelt dem bereits bekannten Vorgehen. In der Nacht rücken die Täter an, sprengen den Automaten mit einem Gasgemisch und flüchten wenige Minuten später.

In Forst, wo Zeugen den Knall in der Commerzbank-Filiale gegen zwei Uhr vernahmen, wurden mehrere Personen beobachtet, die in einem dunklen Pkw flohen.

In Bertsdorf-Hörnitz, südlich von Zittau, wurde der Alarm bei der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien gegen 3.20 Uhr ausgelöst. Auch hier entkamen die Verbrecher unerkannt. "Den Tätern ist es nicht gelungen, an das Geld zu gelangen", teilt Sparkassen-Sprecherin Kirsten Müller mit. Auch in Forst sollen die Täter nach Informationen aus Polizeikreisen leer ausgegangen sein.

Der Schaden für die betroffenen Geldhäuser ist jedoch erheblich, auch wenn - wie vor wenigen Tagen in Lübben - die Farbpatrone in der Geldkassette zündet und so die Scheine unbrauchbar macht. Das Resultat: eine Spur der Verwüstung von Altdöbern über Groß Leuthen, Lauchhammer bis nach Forst.

"Die Polizei muss jetzt unbedingt ihren Fokus darauf legen", fordert Philipp Wesemann (SPD), Bürgermeister von Forst. "Wir konzentrieren gegenwärtig unsere Ermittlungen auf diese Fälle", sagt Mario Heinemann von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Brandenburg. Soll heißen: Spurensicherung an den Tatorten, Zeugenermittlungen und -befragungen.

23 Geldautomaten sind bisher in diesem Jahr in Brandenburg gesprengt worden, zehn davon im Bereich der Polizeidirektion Süd. "Im vergangenen Jahr waren es neun in ganz Brandenburg", so Heinemann.