Michael Schierack erklärt: „Jeder Partei obliegt es, ihren Bewerber zu präsentieren. Die Nachricht überrascht mich dennoch, weil Szymanski durch die Lande gezogen ist und Martina Münch gelobt hat. Jetzt scheint sie nicht mehr gut genug zu sein.“ Zudem mutmaßt Schierack: „Es könnte sein, dass Szymanski auch nach einer gewonnenen Wahl nicht lange in Cottbus bleibt. Wir haben 2009 wieder eine Landtagswahl und eine Bundestagswahl - Matthias Platzeck blieb auch nur zwei Jahre Oberbürgermeister von Potsdam.“
„Ein guter Kandidat, er kann integrieren“ , begrüßt der SPD-Fraktionsvorsitzende Reinhard Drogla die Personalie. Den Verdacht von taktischen Spielchen um die Person Münch weist Drogla zurück. Die SPD habe bis gestern keinen Kandidaten gehabt. Das sei eine Legende, die in Cottbus kursiert. Martina Münch habe vor der Abwahl lediglich ihre Bereitschaft erklärt, dass sie kandidieren wolle. Entschieden werde am 27. August in der Mitgliederversammlung. „Alles, was bis dahin läuft, sind Willensbekundungen“ , sagt Drogla.
Die Linkspartei.PDS bewertet die Vorgänge bei den Sozialdemokraten als eine „machtpolitische Entscheidung“ . Stadtverbandsvorsitzender Jürgen Siewert dazu: „Die reale Situation von Cottbus interessierte die Sozialdemokraten eher weniger. Sonst hätte sie sich an den Bündnisgesprächen für Cottbus beteiligt, um gemeinsame Lösungsansätze gerungen und nicht mit Frau Münch eine Kandidatin der zweiten Wahl als OB ins Gespräch gebracht.“ Allerdings sei Szymanski „ohne Zweifel ein ernst zu nehmender Kandidat für diese Funktion“ .
Petra Weißflog , Sprecherin des Grünen-Kreisverbandes: „Ich denke, das Frank Szymanskis Bewerbung Cottbus nur gut tun kann. Als früherer Verwaltungschef eines Ministeriums und jetziger Minister verfügt Szymanski über Verwaltungserfahrung, Wirtschaftskompetenz und gute Kontakte im Lande.“
FDP-Fraktionschef Matthias Schulze sagt: „Wenn es sich um eine politische statt einer sachlichen Entscheidung handelt, werden wir Frank Szymanski nicht mittragen.“ Denn Cottbus müsse Sacharbeit leisten, um aus der aktuellen Tieflage herauszufinden. (rw/ue/SvD)