Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) will an den Privilegien für Firmenerben festhalten. Die Richter hätten einzelne Fragen der Abgrenzung beanstandet. Im Grundsatz seien die Verschonungsregeln für Betriebsvermögen zum Erhalt von Arbeitsplätzen und Unternehmen anerkannt worden.

"Der Gesetzgeber muss dafür Sorge tragen, dass der Generationenwechsel in Unternehmen und der Fortbestand von Arbeitsplätzen auch zukünftig nicht durch die Erbschaftsteuer gefährdet werden", sagte Bodo Finger, Präsident der Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft.

SPD-Fraktionsvize Carsten Schneider wies die Forderung der CSU nach Regionalisierung der Steuersätze zurück.

Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer zeigte sich erleichtert: "Betriebsvermögen von kleinen und mittleren Betrieben dürfen im Erbfall verschont werden. Die Politik muss bei der weiteren Reform der Erbschaftsteuer diesen Grundsatz berücksichtigen."

Die Stiftung Familienunternehmen äußerte die Sorge, dass Unternehmen "zu einem Spielball politischen Gezänks und ideologischer Verteilungskämpfe werden".

Der Bankenverband begrüßte, dass lediglich beim Übergang größerer Unternehmensvermögen weitergehende Korrekturen notwendig seien.

Der Chef der Dienstleistungsgewerkschaft verdi, Frank Bsirske, sagte: "Es ist nicht zu begründen, dass die Erben ganzer Unternehmen oder von Aktienpaketen in Multimillionen- oder Milliardenwert von der Erbschaftsteuer verschont bleiben."

Die Grünen-Politikerinnen Kerstin Andreae und Lisa Paus nannten es ein Armutszeugnis für die Koalition, dass Karlsruhe wiederholt einschreiten musste. Die Erbschaftsteuer müsse verfassungsfest und wirtschaftspolitisch vernünftig ausgestaltet sein.

Aus Sicht von Linke-Fraktionsvize Sahra Wagenknecht hat das Bundesverfassungsgericht den Weg frei gemacht "für eine angemessene Besteuerung des Zwei-Billionen-Vermögens, das sich bei rund 19 000 Multimillionären konzentriert".