( . . . ) Diese Raketen sind mit chemischen Waffen bestückbar." Die Absicht, dies einzusetzen, sei zwar nicht erkennbar. "Aber die Fähigkeit besitzen sie." Deutschland wolle Ankara mit dem Einsatz versichern, dass dessen Sicherheit alle Nato-Partner betreffe.

Bereits an diesem Freitag soll das Parlament über den Einsatz von zwei "Patriot"-Raketenabwehrstaffeln an der türkisch-syrischen Grenze sowie die Überwachung des türkischen Luftraums mit Awacs-Aufklärungsflugzeugen abstimmen. Vorgesehen ist die Entsendung von bis zu 400 deutschen Soldaten. Der Einsatz soll Anfang 2013 beginnen und das Mandat für 14 Monate erteilt werden. Die Kosten belaufen sich nach Regierungsangaben auf rund 25 Millionen Euro. Die Abwehrraketen haben eine Reichweite von mehr als 68 Kilometern.

Der SPD-Politiker Rolf Mützenich kündigte die Zustimmung seiner Fraktion an. Omid Nouripour von den Grünen empfahl seiner Fraktion ebenfalls die Unterstützung.

Zum Thema:
Die Beschneidung von jüdischen und muslimischen Jungen bleibt in Deutschland erlaubt. Nach monatelangen hitzigen Debatten beschloss der Bundestag am Mittwoch einen Gesetzentwurf der Bundesregierung, wonach ein solcher Eingriff auch in Zukunft zulässig ist - vorausgesetzt, er wird "nach den Regeln der ärztlichen Kunst durchgeführt". Das bedeutet unter anderem, dass der Junge im Zweifel eine Betäubung oder Narkose erhält. Solange das Kind höchstens sechs Monate alt ist, sollen zudem nicht nur Ärzte den Eingriff machen dürfen, sondern auch ausgebildete Beschneider.