Auch nach Abschluss der Koalitionsverhandlungen von Rot-Rot in Brandenburg bleibt unklar, wie die Ministerien künftig zugeschnitten sein werden. Das werde erst nach Abschluss des Mitgliederentscheids der Linken bekanntgegeben, sagte SPD-Generalsekretärin Klara Geywitz am Donnerstag. Dessen Auszählung ist für den 31. Oktober vorgesehen.

Am Freitag wollen SPD und Linke den Entwurf des Koalitionsvertrages in Potsdam vorstellen. Er wird nichts über Gestalt und Zuständigkeiten der Ressorts oder die Besetzung der Ministerposten enthalten. Jetzt stünden erst einmal Inhalte im Vordergrund, betonte Geywitz.

Damit wollen beide Parteien offensichtlich ein Streitthema im Vorfeld des Mitgliederentscheids der Linken ausklammern. Wegen ihres schwachen Abschneidens bei der Landtagswahl am 14. September - gegenüber 2009 büßte die Linke 8,6 Prozentpunkte ein und rutschte auf 18,6 Prozent ab - könnte sie eines von jetzt vier Ministerien verlieren. Parteichef Christian Görke will zwar um alle kämpfen, räumte aber gleichzeitig am Donnerstag ein: „Wir sind nicht Wahlsieger.“ Die SPD hat fünf der insgesamt neun Ressorts.

Am kommenden Montag werden sich der Landesvorstand und Kreisvertreter der Linken mit dem Koalitionsvertrag beschäftigen, um der Basis für die Abstimmung eine Empfehlung zu geben. Am Dienstag ist der Vertrag Thema im SPD-Vorstand. Endgültig werden zwei Sonderparteitage am 1. November über die Annahme entscheiden. Am 5. November könnten dann im Landtag der Ministerpräsident gewählt und sein Kabinett vereidigt werden.