Eine anonyme Bestattung unter grünem Rasen war lange Zeit als besonders einfache und vor allem kostengünstigste Beisetzung beliebt. Inzwischen entscheiden sich immer weniger Menschen in Brandenburg dafür. Das ergab eine dpa-Umfrage.

"Viele wünschen sich eine Anlaufstelle für ihre Trauer", sagt Rüdiger Kußerow vom Landesverband der Bestatter. Eine Stele oder ein Gedenkstein seien dafür von großer Bedeutung. Die Brandenburger entscheiden sich in den meisten Fällen für eine Feuerbestattung und die anschließende Beisetzung der Urne.

"Im ländlichen Raum sind auch klassische Begräbnisse im Sarg noch stark nachgefragt", sagt Andreas Diekmann, Inhaber eines Familienunternehmens in Brandenburg/Havel. Im Trend lägen Baum- oder Waldbestattungen, bei denen die Urne an den Wurzeln beigesetzt wird.

"Ein Grab muss für die meisten Menschen pflegeleicht sein", sagt Kußerow. Die Baumbeisetzung auf Friedhöfen oder in bestimmten Waldstücken sei daher eine gute Alternative zum anonymen Rasengrab.

"Das Angebot im Bestattungswesen ist breiter geworden", sagt der Potsdamer Bestatter Thomas Schellhase. Wer möchte, kann seine Urne auch im Meer versenken oder über Schweizer Almwiesen verstreuen lassen. "Wenn ein Mensch einen besonderen Bezug zum Wasser oder den Bergen hat, ist das eine schöne Alternative", sagt Kußerow.

Besonders extravagante Bestattungen bleiben aber die Ausnahme. "Sehr selten möchte jemand aus der Asche einen Diamanten pressen lassen", so Kußerow. Je nach Größe des Steins werden für das Verfahren in der Schweiz bis zu 15 000 Euro fällig. Für bis zu 25 000 Euro kann man die Asche sogar ins Weltall schießen lassen. "In Brandenburg ist das noch nicht vorgekommen", weiß Kußerow.

Auch das virtuelle Gedenken gewinnt an Bedeutung. "Wenn die Familienmitglieder verstreut sind, ist eine Trauerwebsite eine gute Sache", sagt Diekmann. Per Mausklick lässt sich dort von überall auf der Welt für den Verstorbenen eine Kerze anzünden. "Viele Angehörige leben nicht in der Nähe des Friedhofs", bestätigt auch Schellhase. Ihnen eine Möglichkeit zu bieten mit der Trauer umzugehen, sei wichtig.

Bereits für klassische Beerdigungen muss tief in die Tasche gegriffen werden. Die Gebühren sind auf den meisten städtischen Friedhöfen in den vergangenen Jahren gestiegen. In Frankfurt (Oder) beispielsweise kostete nach Angaben der Stadtverwaltung die Unterbringung im Urnengemeinschaftsgrab vor zehn Jahren etwa 60 Euro, inzwischen sind es mehr als 700 Euro.

Zu diesen Gebühren kommen zusätzliche Kosten für Blumen, Musik, Redner und Trauerfeier. Wer sich das nicht leisten kann, kann Unterstützung für Sozialbestattungen beantragen. "Der Bedarf an Kostenübernahme hat zugenommen", sagt Kußerow. Gingen etwa in Cottbus 2007 noch 87 Anträge dafür bei der Stadtverwaltung ein, waren es im vergangen Jahr knapp 200.