Am 24. Oktober wollen sie nach Potsdam laufen: Studenten der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus haben eine nächtliche Staffette aus Protest gegen die geplante Lausitzer Hochschulfusion angekündigt. Denn am 24. Oktober sollen die Vertreter der Volksinitiative zu den Lausitzer Hochschulen im Wissenschaftsausschuss des Landtags angehört werden.

Doch während die Studenten noch nicht einmal losgelaufen sind, beschloss das Landeskabinett am gestrigen Dienstag eine Gesetzesinitiative zur Neugründung einer Lausitzer Universität zum 1. Juli 2013. Bei den Studierenden stieß das auf scharfe Kritik. "Es ist schon erschreckend, wie eine Regierung aus SPD und Linken Fakten schaffen will, während der demokratische Prozess noch läuft", sagte Jonas Schindler vom Studierendenrat der BTU. Noch sprächen viele rechtliche Bedenken gegen eine Neugründung. "Ich hoffe nur auf so viel demokratisches Verständnis, dass der Landtag nicht einem Volksbegehren vorgreift und die Hochschulen dann wieder getrennt werden müssten."

Mangelnde Transparenz warf auch der wissenschaftspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Potsdamer Landtag, Michael Schierack, der Landesregierung vor. "Rot-Rot ignoriert die erfolgreiche Volksinitiative für die Lausitzer Hochschulen", sagte der designierte Landesvorsitzende der Christdemokraten. Der Kabinettsbeschluss solle Fakten schaffen, bevor die Bürger und Betroffenen im zuständigen Landtagsausschuss ihr Anliegen präsentieren konnten.

"Die Gebote der Transparenz und Beteiligung fallen unter Rot-Rot mal wieder unter den Tisch." Schierack betonte, dass es immer noch unklar sei, wie die "Fächer Kraftwerkstechnik und Musikpädagogik, wie die Standorte in Cottbus und Senftenberg zusammenpassen sollen". Und auch der eigentlich zum Regierungslager zählende Cottbuser Landtagsabgeordnete Jürgen Maresch (Linke) kämpft weiter gegen die Hochschulfusion. Er zeigte sich gegenüber der RUNDSCHAU "sehr befremdet" vom gestrigen Kabinettsbeschluss. "Für mich persönlich wird damit der Eindruck verstärkt, dass es niemals darum ging den besseren Weg zu suchen, sondern dass von Anfang an in dem Prozess die Auflösung der BTU stehen sollte - und immer gestanden hat", erklärte Maresch. "Diese Neugründung, davon bin ich überzeugt, wird meiner Heimatstadt schaden.