Für die Landtagsabgeordneten heißt das: Weihnachtsgans im Überfluss. Denn im Gegensatz zu den meisten Mitgliedern an der Basis müssen sie an mehr als einer Feier teilnehmen - wer die Facebook-Posts der Brandenburger Landespolitiker in den vergangenen Tagen verfolgte, sah recht deutlich, dass die Feier von Christi Geburt und die Besinnlichkeit bei Lebkuchen und Stollen zuweilen auch in harte körperliche Arbeit ausarten konnte.

Arbeit indes haben in diesen Tagen auch die Postboten im Land. Denn natürlich gehen auch in Brandenburg in großem Umfang Weihnachtskarten auf die Reise. Die CDU etwa hat sich in diesem Jahr eine traditionelle Weihnachtskrippe als Motiv gewählt. Maria und Josef stehen im Stall von Bethlehem, dazu ein Weihnachtsgedicht über "das Wunder Gottes jener Nacht: Heil und Rettung war sein Wille, Gottes Sohn hat ihn vollbracht." Wobei das "sein" ganz deutlich macht: Zumindest für die Brandenburger CDU steht Gott auch weiterhin im Maskulinum. Anderswo in dieser Partei war das ja in den vergangenen Tagen nicht ganz klar . . .

Doch den Vogel abgeschossen haben die Brandenburger Grünen. Ihre Weihnachtsgrüße ziert ein eingeschneiter Airbus, davor eine Tafel mit den durchgestrichenen Eröffnungsdaten des Großflughafens BER. Der Slogan auf der Karte: "Vieles kann man verschieben - Weihnachten nicht." "Fristgerechte Feiertage und eine Punktlandung im Neuen Jahr" wünscht die Landtagsfraktion der Grünen, frei nach dem Motto: Zum Himmel hoch, da soll er hin.

P.S.: Dass auch Medienvertreter in den Weihnachtstagen manches nicht mehr ganz so ernst nehmen, zeigt der Rundfunk Berlin-Brandenburg. Die Vorsitzenden der im Landtag vertretenen Parteien lud er zum Politikerwichteln ein - Geschenke für die politischen Wettbewerber mussten beschafft werden. Und schon das Gesicht von Christian Görke von der Linkspartei, der beim Auspacken eines Bausatzes für einen Jumbojet vermutlich verzweifelt überlegte, wie um alles in der Welt er wohl nun das Reden über den Flughafen vermeiden könnte, war das Einschalten wert.