Und weil es ein Fest aller Märker sein soll, rief Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) am Mittwoch in Potsdam ein "Mitmachjahr" aus. Geplant sind neben dem traditionellen Brandenburg-Tag am 4./5. September auch Volksfeste in den Kommunen, ein offizieller Festakt und Jugendbegegnungen. Forum für die Brandenburger soll das Internet sein: Am Mittwoch wurde die Seite www.brandenburg-geburtstag.de freigeschaltet. Darin werden zum Beispiel Brandenburger aufgerufen, Erinnerungen an die vergangenen zwei Jahrzehnte zu veröffentlichen. Zudem finden sich dort historische Daten, ein Veranstaltungskalender sowie Grußworte von Platzeck und seinem Vorgänger Manfred Stolpe (SPD). Mit einem offiziellen Festakt am 26. Oktober soll der 20. Jahrestag der Konstituierung des Landtages begangen werden, wie Landtagspräsident Gunter Fritsch ankündigte. Im selben Monat ist eine wissenschaftliche Konferenz in Potsdam geplant. Bereits Ende Juni treffen sich Jugendliche aus unterschiedlichen Regionen zu den "Tagen der Demokratie", um sich mit Politik zu beschäftigen und auszutauschen. Kommunen wollen für ihre Bürger nicht nur Volksfeste ausrichten, sondern auch die Städtepartnerschaften ausführlich würdigen. "Sie sind ein Teil unserer deutsch-deutschen Normalität geworden", sagte der Chef des Landkreistages, Karl-Heinz Schröter. Künstler zeigten in den jeweiligen Partnergemeinden ihre Arbeiten, Landfrauen stellten gemeinsame Treffen auf die Beine. Allerdings gebe es auch manch eine Partnerschaft zwischen Ost und West, die im Alltag eher still ruhe. Platzeck kündigte an, dass am 14. Juni Helfer geehrt werden sollen, die - meist aus dem Westen - das Land mit aufgebaut hätten. "Wir haben keinen Grund, uns nach 20 Jahren zu verstecken", sagte der Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes in Potsdam, Karl-Ludwig Böttcher. Er verteidigte auch unkonventionelle Entscheidungen - manches würden die Verantwortlichen heute vielleicht nicht mehr so machen wie vor 20 Jahren. Nach der Wende habe es noch nicht so viele Regelungen wie heute gegeben, betonte Fritsch. "Man konnte also den gesunden Menschenverstand einschalten." Fritsch erinnerte ebenso wie Böttcher daran, dass mit der Einführung der Landkreise die kommunale Selbstverwaltung Einzug in Brandenburg gehalten habe. Im Geburtsjahr des Landes sollten die Brandenburger trotz einiger Rückschläge und Misserfolge mit Wohlwollen auf ihr Land blicken, meinte Schröter. "Wir haben es nämlich gut hingekriegt." Wie Brandenburg 20 Jahre nach seiner Wiedergründung aussieht, soll im Herbst ein Film von Andreas Dresen ("Halbe Treppe", "Sommer vorm Balkon") zeigen.