Die Bahn will mit mehr Videoüberwachung für Sicherheit auf Bahnhöfen sorgen. Das Bundesunternehmen kündigte am Montag an, im nächsten Jahr bis zu 700 Kameras auf rund 100 Stationen anzubringen und die Aufzeichnungen bis zu drei Tage zu speichern. Insgesamt kann die Polizei dann auf 240 der knapp 5400 Bahnhöfe der Deutschen Bahn auf Videoaufzeichnungen zurückgreifen. Welche Bahnhöfe neu hinzukämen, stehe noch nicht fest, sagte ein Sprecher.

"Die Sicherheit unserer Kunden steht für uns im Mittelpunkt", hob Bahnvorstand Gerd Becht hervor. Derzeit hängen nach seinen Angaben 4800 Kameras in 640 Bahnhöfen. Auf 140 Stationen davon würden die Aufzeichnungen gespeichert. Weitere 18 000 Videokameras gebe es in Regional- und S-Bahn-Zügen, sodass 80 Prozent der Fahrgastströme gefilmt werden, wie die Bahn errechnet hat. "Ein Mehr an Videoüberwachung sorgt auch für ein Mehr an Sicherheit", sagte auch der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Jörg Radek. Überwacht würden vor allem große Bahnhöfe, weil dort die meisten Fahrgäste unterwegs seien. Fahrgastvertreter fordern immer wieder, auch kleinere Bahnhöfe besser zu überwachen; nach Umfragen fühlt sich jeder vierte Fahrgast an Bahnhöfen und Haltestellen in Deutschland unsicher. Dafür seien aber mehr Polizisten nötig, sagte Radek.

Bahn und Innenministerium hatten im Sommer 2013 vereinbart, bis 2019 gemeinsam 36 Millionen Euro zu investieren, um die Videoüberwachung zu modernisieren und auszubauen. Weitere 24 Millionen Euro sollen in die Drei-S-Zentralen der Bahn für Sicherheit, Sauberkeit und Service fließen.