Dort sollen Spürhunde der Zollbehörden damit trainiert werden. Was lustig klingt, habe einen ernsten Hintergrund, erläuterte der Afrika-Kurator des Zoos, Ruben Holland. Schuppentiere würden im illegalen Wildtierhandel tonnenweise geschmuggelt. "Ihre Schuppen sind in der asiatischen Medizin sehr gefragt", sagte Holland. Dabei stehen die Schuppentiere, die in freier Wildbahn in Afrika und Asien vorkommen, auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten. Sie dürften nicht gefangen und schon gar nicht gehandelt werden.

In China habe sich der Bestand seit den 60er-Jahren um 95 Prozent verringert, sagte Holland. "Die Tiere sind schützenswert und keine Medizin." Um die Geruchsproben zu nehmen, durften Tuo-Feng und Quesan eine Weile auf alten Handtüchern schlafen. Luftdicht in Folienbeutel verpackt werden die Proben in die Schweiz geschickt. Es sei das erste Mal, dass der Zoo Leipzig auf diese Weise Geruchsproben von seinen asiatischen Schuppentieren genommen habe, sagte Holland. "Wir wissen noch nicht, ob es klappt und die Tücher gut genug waren. Wenn sie zum Beispiel noch nach Waschmitteln riechen, würden die Hunde ja bei jedem Koffer anschlagen."

Die Bitte um Geruchsproben sei an den Zoo Leipzig herangetragen worden, weil er als Einziger in Europa Schuppentiere halte. "Die Zucht ist sehr, sehr schwierig", sagte Holland. Die nachtaktiven Schuppentiere seien extreme Nahrungsspezialisten, die sich hauptsächlich von Termiten und Ameisen ernährten. Ihnen passende Lebensbedingungen zu bieten, sei anspruchsvoll.