Die etwa 300 Mitarbeiter der mobilen OFD-Kontrollgruppen seien in beiden Bundesländern bei der Suche nach unversteuerten Zigaretten sehr effektiv. "Inzwischen ist jeder zweite Zugriff ein Treffer", berichtete Werner. "Dennoch bleibt es die Suche nach der Nadel im Heuhaufen." Seitdem die Zollkontrollen an der Grenze mit dem EU-Beitritt von zehn osteuropäischen Staaten am 1. Mai 2004 wegfielen, werde überall in der Region kontrolliert. Schwerpunkt sei die Autobahn 12 Berlin-Frankfurt (Oder), die zugleich zur Trasse Moskau-Berlin-Paris gehöre.
"Die meisten der Zigaretten sind für den deutschen und den westeuropäischen Markt bestimmt, wie sich anhand der Marken feststellen lässt", erläuterte Werner. Grund für den umfangreichen Zigarettenschmuggel sei das große Preisgefälle zwischen Mittel und Osteuropa sowie den Zielländern. "Die Raucher wollen Geld sparen", meinte Werner. Meist würden bei den Kontrollen Mengen bis 1000 Zigaretten entdeckt. "Täglich haben wir etwa 35 Aufgriffe."
"Die diesjährige Rekordmenge haben wir am 5. September mit 1,2 Millionen Zigaretten in einem polnischen Lastwagen auf der A 12 gefunden", erzählte der Sprecher. Erst vergangene Woche entdeckten Zivilbeamte in einem Auto in Prenzlau (Uckermark) 78 000 unversteuerte Zigaretten. Sechs Tatverdächtige im Alter von 25 bis 42 Jahren wurden angezeigt. "Über die Täter führen wir keine Statistik", bemerkte Werner.
Privatreisende aus osteuropäischen EU-Ländern dürften eine Stange Zigaretten zollfrei einführen. "Wer mehr mitbringt, muss Steuern bezahlen, und außerdem wird ihm die zusätzliche Ware abgenommen", schilderte Werner die nicht seltenen Vorgehensweise. Manchmal würden Reisende auch aus Unkenntnis zu Schmugglern: "Doch dann gilt: Unwissenheit schützt nicht vor Strafe", fügte er hinzu. (dpa/mb)