Dem deutschen Zoll ist ein Schlag gegen Schwarzarbeit im großen Stil gelungen: Etwa 1200 Beamte haben am frühen Mittwochmorgen in einer großangelegten Aktion insgesamt 170 Objekte durchsucht, unter anderem auch in Brandenburg. Details will Heinz Michael Horst von der Soko "Cumulus" nicht nennen. "Der Schwerpunkt lag allerdings auf der Gepäckabfertigung am Flughafen Frankfurt/Main", bestätigt er auf Nachfrage. Sechs Männer im Alter von 26 bis 54 Jahren wurden in Hessen verhaftet.

Den sechs Männern und weiteren 23 Beschuldigten wird die Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Sie sollen über ein Firmengeflecht Dienstleistungen im Bereich Gepäckabfertigung und Fracht angeboten, die dabei eingesetzten Beschäftigten aber nicht oder nicht vorschriftsgemäß sozialversichert haben. Auch Lohn- und Umsatzsteuer sollen nicht ordnungsgemäß gezahlt worden sein.

Den Schaden durch das Kartell bezifferte der Zoll auf mindestens 17,6 Millionen Euro. Große Generalunternehmen, die mit den Beschuldigten zusammenarbeiteten, und der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport sollen getäuscht worden sein. Sie werden nicht verdächtigt.