Unter dem Stichpunkt Post heißt es: "Die schnelle und sichere Zustellung von Postsendungen mit besonderer Bedeutung für die Bundeswehr - beispielsweise Einberufungs- und Leistungsbescheide bei Wiederaufleben der Wehrpflicht - wird im Rahmen des Post- und Telekommunikationssicherstellungsgesetzes gewährleistet."

Auch an die notwendigen Unterkünfte und Strukturen wird gedacht: Bei einem Wiederaufleben der Wehrpflicht entstehe ziviler "Unterstützungsbedarf der Bundeswehr bei Heranziehungsorganisation und Unterbringungsinfrastruktur". Im Klartext bedeutet das: Private Firmen müssten wohl im Rahmen der Musterung und dem Bau oder der Instandsetzung von Kasernen beteiligt werden.

Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hans-Peter Bartels (SPD), nannte die Debatte hypothetisch. "Die Wehrpflicht wäre denkbar bei einer gravierenden, lang andauernden Gefahrenlage wie im Kalten Krieg", sagte er. Sie stehe derzeit nicht auf der Tagesordnung.

Die Wehrpflicht war zum 1. Juli 2011 nach 55 Jahren ausgesetzt worden, weil die Bundesregierung keine sicherheitspolitische und militärische Begründung dafür mehr sah. Der Pflichtdienst ist aber weiterhin im Grundgesetz verankert und könnte mit einem einfachen Gesetz wieder eingeführt werden.