Die Zöllner warten mit ihren Einsatzfahrzeugen meist auf den Standstreifen. Von dort aus müssen sie abschätzen, ob es bei dem einen oder anderen Fahrzeug, das mit 120 bis 160 Stundenkilometern vorbeisaust, einen Anfangsverdacht auf mögliche Schmuggeleien gibt. Ist das der Fall, fahren die Mobilen Kontrolltrupps dem Wagen hinterher, überholen und setzen sich schließlich davor, um ihn an der nächstmöglichen Stelle zum Anhalten zu bewegen. Nicht immer sind diese Manöver von Erfolg gekrönt, gibt Busse zu. "Wir lassen lieber jemanden ziehen, als uns der Gefahr eines Unfalls auszusetzen."
Um so höher sei der Erfolg der Mobilen Kontrollgruppen einzuschätzen. Mit 58 Millionen beschlagnahmten Glimmstängeln entdeckten die Zöllner im vergangenen Jahr nur zwei Millionen weniger als noch 2005. Mit 140 000 kontrollierten Personen in erster Linie eine Fleißarbeit. Zentrale Schmuggelroute, so bestätigt Jörg Birkemeyer, Vorsteher des Frankfurter Hauptzollamtes, ist nach wie vor die A 12 mit dem wichtigsten deutsch-polnischen Grenzübergang. Den größten Glimmstängelfund auf der stark frequentierten Ost-West-Route gab es mit 3,1 Millionen Zigaretten 2006 in einem osteuropäischen Laster, der offiziell mit Textilien beladen war.
Als Tarnladungen dient laut Busse jede nur denkbare Ware: Möbel, Berge von Äpfeln oder gefrorene Erbsen, Kopfkissen, Einwegbesteck in Kisten. Doch auch Tiere werden offenbar gern für den Zigarettenschmuggel missbraucht. So wurden die Zöllner 2006 sowohl auf einem Pferde- als auch auf einem Taubenanhänger fündig. Beide Wagen hatten doppelte Böden. Denn nicht nur große Brummis - im vergangenen Jahr waren es mehr als 30 000 - werden von den fünf Mobilen Kontrolltrupps, die in Mescherin, Oderberg, Frankfurt, Guben und Cottbus stationiert sind, genauer inspiziert. Auch Pkw und Kleintransporter gelangen ins Visier der Zöllner. "Unser Tun bleibt ja nicht unbeobachtet - wir werden regelrecht ausspioniert", sagt der Leiter der Mobilen Kontrollgruppen, der davon ausgeht, dass 90 Prozent aller Schmuggeltransaktionen von kriminellen Banden unterschiedlichster Nationalitäten organisiert sind.
"Wird ein mit illegalen Zigaretten präparierter Laster von uns entdeckt, sind die Verluste für diese Leute sehr hoch", erläutert er. Deshalb würden die Schmuggelglimmstängel gern in Mengen von 1000 bis 60 000 Stück auf mehrere kleinere Fahrzeuge verteilt.