Doch die kuriosen Verstecke, die sich internationale Schmugglerbanden als Tarnung für Zigaretten ausdachten, flogen auf: Für rund 60,3 Millionen illegal nach Deutschland eingeführte Zigaretten war im Jahr 2005 in Brandenburg Endstation, wie das Hauptzollamt Frankfurt (Oder) zur Bilanzpressekonferenz gestern berichtete. Im Jahr 2004 waren es rund 36 Millionen Stück.
Voriges Jahr sei fast jede zehnte in Deutschland beschlagnahmte Zigarette in Brandenburg gefunden worden, sagte Bernhard Busse, der die Mobilen Kontrollgruppen zwischen Schwedt (Uckermark) und Elsterwerda (Elbe-Elster) leitet. Als einen Grund für die Steigerung im Vergleich zu 2004 nannte er die gute Arbeit der Beamten. "Da gehören viel Erfahrung, Fleiß, Fingerspitzengefühl und Glück dazu." Seit 2004 kontrollieren die Beamten im Hinterland entlang der Grenze zu Polen.
Zigaretten sind in der Region immer noch das häufigste Schmuggelgut, Frankfurt
(Oder) ein wichtiger Punkt auf der internationalen Schmuggelroute von Ost nach West. Die heiße Ware ist vor allem für den britischen Markt, aber auch für das Inland gedacht. Kein Tag vergeht ohne Aufgriffe. "Der Schmuggel wird tagtäglich raffinierter, aber auch gefährlicher", beschreibt Busse den Alltag der Kontrollgruppen, die immer häufiger selbst von Tätern observiert werden. "Sie beobachten, wann wir zum Dienst fahren."
Männer oder scheinbar liegen gebliebene Autos an wichtigen Zufahrtsstraßen zur Autobahn 12 Frankfurt (Oder)-Berlin seien dafür ein untrügliches Zeichen. "Irgendwelche Spione stehen dort immer." Aufgabe des Zolls sei es, diese Erkenntnisse für den eigenen Einsatz zu nutzen. Im vergangenen Jahr haben die Zollbeamten auch Schwarzarbeiter und deren Arbeitgeber unter die Lupe genommen. Die Beamten überprüften mehr als 18 000 Arbeitnehmer und über 2200 Arbeitgeber. Sie verhängten Geldstrafen und Bußgelder in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro. Dennis Kolberg, Chef der Finanzkontrolleure, sprach von "schwarzen Zeiten für Schwarzarbeit in Ostbrandenburg".