Wer kommt zum G7-Gipfel?
Die Staatschefs der sieben größten demokratischen Volkswirtschaften der Welt. USA, Japan, Deutschland, Frankreich, England, Italien und Kanada. EU, Weltbank und Weltwährungsfonds sitzen ebenfalls mit am Tisch. Die G7 repräsentieren ein Drittel der Weltwirtschaftsleistung, allerdings nur elf Prozent der Bevölkerung. Sie sind für ein Viertel des aktuellen CO{-2}-Ausstoßes verantwortlich und mit einem Bruttoinlandsprodukt von rund 44 000 US-Dollar je Einwohner und Jahr ziemlich reich. Am Montag kommen auch die Vertreter der Armen. Das nennt sich dann "Afrika-Outreach", es geht um Entwicklungshilfe und Terrorismus-Bekämpfung.

Wer kommt nicht zum Gipfel?
Zum Beispiel Russland. Es ist seit der Krim-Annexion ausgeladen. Dafür dürfte es sich im Schlusskommuniqué wiederfinden - mit einem Appell, den Waffenstillstand in der Ukraine einzuhalten. Kurz vor dem Treffen in Elmau eskaliert die Lage dort nämlich wieder. Ebenfalls nicht vertreten: Die neuen "Tiger" der Weltwirtschaft, allen voran die beiden bevölkerungsreichsten Länder der Erde, China und Indien. Allerdings gibt es mit ihnen und anderen die großen G20-Treffen. Es gibt noch zwei Gruppen, die nicht zum Gipfel kommen: Erstens die rund 4000 Journalisten. Sie werden im Eissportzentrum in Garmisch mit Informationen versorgt; nur einzelne von ihnen dürfen zu besonderen Terminen mit Sonderausweisen in das Schlosshotel. Und auch den zahlreichen Gipfelgegnern ist der Zutritt weiträumig mit Zäunen und Straßensperrungen verwehrt. Die eingesetzten rund 20 000 Sicherheitskräfte rechnen mit einem turbulenten Wochenende. Wie läuft so ein Spitzentreffen ab?
Sechs Arbeitssitzungen sind von Sonntagmittag bis Montagnachmittag geplant, in denen es der Reihe nach um Weltwirtschaft, Handel, Klimapolitik, Terrorismus und Entwicklungshilfe geht. Die außenpolitische Weltlage wird beim Arbeits-Abendessen am Sonntagabend erörtert. Da alle im selben Hotel wohnen, ergeben sich zahlreiche Gespräche unter vier Augen. Angela Merkel und US-Präsident Obama wollen Montagfrüh im Dorf Krün gemeinsam ein Bad in der Menge nehmen; Trachtenjodler und Live-Übertragung im TV sind dafür bereits eingeplant. Die Staatschefs reden bei den Sitzungen frei, ohne vorbereitete Manuskripte. Das ist bei den G20 anders. Im Raum sind nur noch die engsten Mitarbeiter. Angela Merkel ist mit Abstand die dienstälteste Teilnehmerin und leitet hier nach Heiligendamm 2007 ihren zweiten Gipfel. Was wird konkret herauskommen?
Das noch geheime Schlusskommunique ist von den "Sherpas", den Gipfel-Vorbereitern, bereits ausgehandelt worden. Es ist 15 Seiten lang, enthält dem Vernehmen nach aber noch etliche Sätze in Klammern. Über diese Passagen entscheiden erst die Chefs. So ist zum Beispiel offen, ob das Ziel, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, von allen bekräftigt wird. Die USA tun sich damit schwer, Japan wiederum mag sich noch nicht auf ein eigenes CO{-2}-Reduktionsziel festlegen. Generell gibt es auf den G7-Gipfeln ohnehin selten konkrete Zusagen. Stattdessen werden allgemeine Willensbekundungen und gemeinsame Ziele formuliert. An denen kann man die Staaten allerdings später messen. Diesmal zum Beispiel soll zugesagt werden, einen Fonds der Internationalen Arbeitsorganisation ILO zur Verbesserung der Arbeitssicherheit in der Dritten Welt zu unterstützen und eine Klimaversicherung gegen die Folgen extremer Wetterereignisse in armen Ländern zu schaffen. Auch will man betonen, dass die Klimakonferenz in Paris im Herbst ein Erfolg werden soll.

Gibt es auch neue Themen?
Zum einen der Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Dafür reisen extra die Staatschefs von Nigeria, Tunesien und Irak an. Dann der Kampf gegen multiresistente Keime. Die G7 streben weltweit eine Verschreibungspflicht beim Einsatz von Antibiotika für Mensch und Tier an und wollen UN-Programme unterstützen. Auch die zurückliegende Ebola-Katastrophe wird angesprochen werden - hier geht es darum, wie die internationale Reaktion auf eine solche Seuche beschleunigt werden kann. Der Meeresschutz, Stichwort Plastikmüll, steht zwar auch auf der Tagesordnung, soll aber intensiver erst im nächsten Jahr besprochen werden - wenn die G7 sich in Japan wiedersehen .