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| 02:37 Uhr

Ziemlich schlechte Freunde

Zumindest ein prominentes SPD-Mitglied dürfte wenig darüber erbaut gewesen sein, dass Peer Steinbrück nun den Kanzlerkandidaten gibt: Andrea Nahles. Die Generalsekretärin und der Ex-Bundesfinanzminister waren sich schon immer in herzlicher Abneigung verbunden.

Daraus machte Steinbrück zuletzt auch öffentlich keinen Hehl: Ohne sie wäre sein Leben nicht ärmer, gab der Kandidat zu Protokoll. Doch dann muss Steinbrück zu der Erkenntnis gelangt sein, dass es einem gedeihlichen Wahlkampf vielleicht doch etwas abträglich ist, wenn man die eigene Parteizentrale gegen sich aufbringt - er hat sich entschuldigt. Andrea Nahles wiederum bedankte sich dafür auf ihre Weise: "Mit seiner Entschuldigung weiß ich, dass wir auch in Konfliktsituationen gut klarkommen werden." Eine solche war auch schnell gefunden: Steinbrücks Kandidaten- Start sei "etwas rumpelig gelaufen", stichelte Nahles. Richtige Freunde werden die beiden wirklich nicht mehr. Dabei ist es schon merkwürdig, sich bereits auf den Wahlkampf zu konzentrieren, wo es bislang keinen genauen Termin für die Bundestagswahl gibt und ein verfassungskonformes Wahlrecht noch nicht im Gesetzblatt steht. Das hat jüngst Gregor Gysi bemängelt - wo der Genosse recht hat, hat er recht.