Oberstaatsanwalt Fred Apostel sagte in Bonn, die Männer hätten "in naher Zukunft einen Anschlag geplant". Das gehe aus Beweisunterlagen hervor. Wo der Anschlag ausgeführt werden sollte, wollte er jedoch nicht sagen.

Zak spielte immer im Mittelfeld. Er war richtig gut, er war einer der Besten seines Jahrgangs. Heinz Hentschel, Vorsitzender des Fußballvereins Brüser Berg in Bonn, sieht ihn noch vor sich. „Er war ein sehr angenehmer junger Mann und zuverlässiger Mitspieler“, erinnert er sich. „Aber dann ist er irgendwann einfach nicht mehr aufgetaucht.“ Am Wochenende hörte Hentschel wieder von ihm: Zak sitzt in Untersuchungshaft – als islamischer Terrorverdächtiger, festgenommen in einer KLM-Maschine auf dem Flughafen Köln/Bonn. Der Verein stehe unter Schock, sagt Hentschel. Die Nachricht war am Samstag auf dem Platz das einzige Thema. „Einige haben noch vor zwei Wochen mit dem Zak Fußball gespielt“, erzählt Hentschel, ein Bauingenieur. „Niemand hat etwas gemerkt. Hier herrscht absolute Betroffenheit. Ich finde es schockierend, dass so ein ganz normaler Junge offenbar einer Gehirnwäsche unterzogen worden ist.“

Während seine ehemaligen Mitspieler auf dem Spielfeld standen, wurde Zak – eine Abkürzung für Abdirazak – dem Haftrichter vorgeführt. Der Bonner Oberstaatsanwalt Fred Apostel ist überzeugt davon, dass der 23 Jahre alte Somalier zusammen mit einem ein Jahr älteren Komplizen „in naher Zukunft einen Anschlag geplant“ hatte. Er soll zu einer Gruppe junger Extremisten aus der Region Bonn gehören. Einigen Berichten zufolge wollte er mit seinem Komplizen in ein Terrorcamp nach Pakistan. Weitere Ermittlungen nötigBeamte des Landeskriminalamtes durchsuchten ihre Wohnungen. Waffen oder Munition wurden nicht gefunden, dafür aber „elektronisch gesicherte Daten“. Abschiedsbriefe hatten sie wohl auch schon geschrieben.
Weil die Beantragung des Haftbefehls auf sich warten ließ, wurde am Samstag darüber spekuliert, die Beweislage könne etwas dünn sein. Doch Apostel stellt klar, dass die Beweise in jedem Fall ausreichten. Allerdings: „Es sind noch erhebliche weitere Ermittlungen erforderlich.“ Apostel arbeitet seit mehr als einem Vierteljahrhundert bei der Bonner Staatsanwaltschaft. Er hat Politikeraffären und Schmiergeldskandale untersucht, auch den Fall Jan Ullrich. Zuletzt die Bespitzelungsaffäre bei der Telekom. Hentschel schätzt den Migrantenanteil unter den 700 Vereinsmitgliedern auf 30 Prozent. „Viele von diesen Kids sind sicherlich überzeugte Mohammedaner“, sagt er. Während des Ramadans könne das schon mal schwierig werden, wenn sie die tagsüber geltende Fastenpflicht einhalten wollen und auch nach einem kräftezehrenden Spiel nichts trinken. „Aber das ist auch alles“, betont Hentschel. „Ich fände es schlimm, wenn jetzt der Eindruck entsteht, das sind alles üble Terroristen. Im Gegenteil, das sind ganz normale Jungs.“