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| 02:38 Uhr

Ziel: Stärkung der brüchigen Waffenruhe

Bashar Jaafari (r.) spricht während der Syrien-Verhandlungen mit einem Delegationsmitglied.
Bashar Jaafari (r.) spricht während der Syrien-Verhandlungen mit einem Delegationsmitglied. FOTO: dpa
Astana. Ein neuer Anlauf für den Frieden im wohl schlimmsten Konflikt der Gegenwart: Im kasachischen Astana starteten am Montag neue Syrien-Gespräche mit durchaus konstruktiven Tönen – und einem Dämpfer. Benno Schwinghammer

Die Vertreter von Regime und Rebellen haben bei den am Montag gestarteten Syrien-Gesprächen zunächst nicht direkt miteinander verhandelt. "Die Zeit ist noch nicht reif", um an einem Tisch zu sitzen, berichtete der Sprecher des wichtigsten Oppositionsbündnisses, der Syrischen Nationalen Koalition.

Die Vertreter von Regierung und Oppositionsgruppen kamen zwar in einem Hotelsaal in der kasachischen Hauptstadt Astana zusammen, blieben aber getrennt. Zwischen ihnen saßen die kasachischen Gastgeber und die Delegationen Russlands, des Irans und der Türkei.

In seinem Eingangsstatement sagte der Delegationsleiter der Regierung, Baschar al-Dschafari , die Regierung hoffe, dass die Gespräche in Astana zunächst zu einem Ende der Kämpfe führen würden. So sollten terroristische Gruppen von moderaten getrennt werden. Er sprach dabei von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und dem syrischen Ableger des Terrornetzwerkes Al-Kaida. An der Spitze der Oppositionsgruppen steht demgegenüber Mohammed Allusch, der die Voraussetzung einer Waffenruhe für politische Gespräche bekräftigte: "Wir sind hergekommen, um zunächst einmal die Feuerpause zu stärken. Wir werden keine weiteren Schritte einleiten, bevor das nicht vor Ort umgesetzt wird." Allusch, der der einflussreichen radikal-islamischen Gruppe Dschaisch al-Islam angehört, forderte die Freilassung von politischen Gefangenen.

Bereits vor dem Treffen hatte sich abgezeichnet, dass es inhaltlich zunächst um die Stärkung der brüchigen Waffenruhe in dem Bürgerkriegsland Syrien gehen wird. Eine Feuerpause gilt als Hauptvoraussetzung für die Opposition, mit Gesprächen für eine politische Lösung zu beginnen.

Nach monatelangen heftigen Kämpfen und der vollständigen Eroberung Aleppos durch das Regime wurden die neuen Gespräche am Montag vom kasachischen Außenminister eröffnet: "Ich bin zuversichtlich, dass Astana die notwendigen Grundlagen für alle beteiligten Parteien schaffen wird, um eine passende Lösung für die syrische Krise zu finden."

Ein Durchbruch in Astana gilt als unwahrscheinlich.