Sie stehen in der Unterkirche der wieder erstehenden Dresdner Frauenkirche - jenem Symbol der Zerstörung, das wie kein zweites an die verheerenden Bombardements britischer und amerikanischer Bomber in der Nacht vom 13. zum 14. Februar 1945 erinnert.

"Überall Feuer und Rauch"
"Sollen wieder Tausende im Bombenhagel sterben, Städte und Dörfer zerstört werden, Kulturschätze verloren gehen„", fragen sie.
Den gestrigen Gedenktag mit seinen zahlreichen Veranstaltungen wollten viele Menschen als Mahnung vor weiteren Kriegen verstanden wissen. In der Frauenkirche berichtet eine 83-jährige Frau, wie sie in den Katakomben des Gotteshauses den Angriff erlebte. "Wir hatten furchtbare Angst, überall war Feuer und Rauch. Als wir in letzter Minute aus den Kellergewölben geführt wurden, brannte das Kirchenschiff bereits lichterloh."
Solche Erlebnisse sollten den Menschen künftig erspart bleiben, mahnt die Überlebende.
Den Toten der Bombennacht gedenken am Vormittag Hunderte vor dem steinernen Mahnmal des Dresdner Heidefriedhofs, darunter US-Botschafter Daniel Coats, der britische Generalkonsul aus Leipzig, Fletcher Burton, und Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU). Still legen sie Kränze und Blumen nieder. Zu hören sind nur die knirschenden Schritte im Schnee.
Hier wurden nach den verheerenden Flächenbombardement viele der Toten begraben. "Wie viele starben“ Wer kennt die Zahl?", steht auf dem Gedenkstein. Nach Schätzungen verloren bei dem Bombardement, das zu den verheerendsten des Zweiten Weltkriegs zählte, etwa 35 000 Menschen ihr Leben.
In der Menschenmenge steht der 77-jährige Lothar Wagner, er hat sich ein mahnendes Schild mit den Namen seiner Angehörigen und der Losung "Nie wieder Krieg" um den Hals gehängt. Seine Eltern und seine drei Geschwister kamen in der Bombennacht ums Leben. "Unser Haus stand neben der Frauenkirche", sagt er. Er selbst war in der Bombennacht nicht anwesend, kämpfte andernorts als Soldat. "Als ich aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft zurückgekommen bin, war niemand mehr da."
Einige Friedensdemonstranten sind gekommen und verbreiten am Rande der Zeremonie ihre Botschaft auf Transparenten und Flugblättern: "Das alte Europa hat aus der Geschichte gelernt", heißt es etwa an die Adresse der US-Regierung, die in der Person des Botschafters hier vertreten ist.

Rechte Parolen
Zudem haben sich an diesem eiskalten, sonnigen Wintermorgen auch Anhänger rechtsextremer Parteien auf dem Heidefriedhof zusammengefunden, darunter etliche mit kahlrasierten Köpfen. Auf den Schleifen ihrer Kränze stehen Sätze wie "Zu Ehren der Opfer des anglo-amerikanischen Terrorangriffs". Dutzende von Polizisten achten darauf, dass es keine Zwischenfälle gibt.
Denn auch das gehört zur Geschichte des Gedenktages: Immer wieder versuchen rechtsradikale Gruppierungen den 13. Februar zur Propagierung ihres Gedankenguts zu nutzen.