Bereits vor Wochen waren nach Angaben von Andreas Bärwolf, Leiter Bargeldbereich bei der Lausitzer Zweigstelle der Bundesbank, solche brüchigen Geldnoten aufgetaucht, die im Extremfall in kleine Papierschnipsel zerfallen. „Das Geld war hauptsächlich im Raum Berlin eingezahlt worden“ , erinnert sich Bärwolf.
1500 Euro-Geldscheine in Werten zwischen fünf und 100 Euro, die sich selbst zersetzen, sind nach Angaben der Bundesbank aufgetaucht, seit am 21. Juni dieses Jahres bei der Landesbank in Berlin ein 20-Euro-Schein abgegeben wurde. Bundesbank und Polizei gehen davon aus, dass für den mysteriösen Zerfall Chemikalien sorgen, wenn sie mit Feuchtigkeit, etwa mit Handschweiß, in Berührung kommen. Nach Angaben eines Berliner Polizeisprechers sind bei Laboranalysen Spuren von Schwefelsäure auf derart beschädigten Banknoten gefunden worden.
Die Experten stehen vor einem Rätsel. „Uns ist nicht bekannt, dass Derartiges jemals vorgekommen ist“ , erklärte Ursula Hüsch, Gruppenleiterin beschädigtes Bargeld bei der Bundesbank, gegenüber der RUNDSCHAU. Ein Produktionsfehler könne mit Sicherheit ausgeschlossen werden, so Hüsch. „Das Geld muss während des Umlaufs mit Chemikalien in Berührung gekommen sein“ , ist sie sich sicher. Ob dafür ein technischer Fehler die Ursache ist oder ob es sich um einen gezielten Anschlag handelt, ist unklar. Bisher gebe es allerdings keinen Hinweis auf eine Straftat, sagte ein Polizeisprecher in Berlin. Ein gesundheitliches Risiko besteht nach Auskunft der Bundesbank nicht.
Die Wahrscheinlichkeit, brüchige Euro zwischen die Finger zu bekommen, ist ohnehin gering. In Deutschland sind schließlich fünf Milliarden Geldscheine im Umlauf. Laut Bärwolf sind in Cottbus bisher „weniger als ein Dutzend“ Euro-Noten aus eingezahltem Geld aussortiert worden. Von Bürgern wurde nichts abgegeben. Auch bei der Polizei in der Region gibt es keine Anzeigen.
Sollte dennoch jemand mit dem „Pergamentpapier-Geld“ in Berührung kommen, verspricht Bärwolf einen problemlosen Umtausch. Voraussetzung sei, dass noch die Hälfte der Banknote vorhanden ist. In einem Briefkuvert könne man die Reste gut sammeln.
Auch andere Geldinstitute sichern Hilfe zu. „Natürlich können Kunden zu uns kommen. Wir tauschen das Geld um“ , so Anja Schroschk von der Sparkasse Spree-Neiße.