Sprecher des neuen Gremiums ist der Pirnaer Oberbürgermeister Markus Ulbig (CDU). "Region Dresden" - darauf legt Ulbig großen Wert - sei kein neuer Zweckverband, wie es sie bei Verkehr, Wasser und Abfallbeseitigung seit vielen Jahren gibt. "Die Zusammenarbeit ist absolut freiwillig und tangiert die kommunale Selbstverwaltung in keiner Weise", betont Ulbig.

Generelles Interesse signalisiert
Dennoch erhoffen sich die beteiligten Kommunen viel von der neuen Kooperation. Daher wollen sie Ulbig zufolge auch die vier Landkreise Sächsische Schweiz, Kamenz, Weißeritzkreis und Meißen zumindest "beratend ins Boot holen".
Auch die Städte Meißen und Radebeul, die sich bisher dem Gremium noch nicht angeschlossen haben, signalisierten generelles Interesse, betont das Pirnaische Stadtoberhaupt. Grundgedanke für "Region Dresden" ist der zunehmende Wettbewerb auf Landes-, Bundes- und Europa-Ebene. Regionen - sagt der Pirnaer Oberbürgermeister - müssten sich heute gemeinsam präsentieren, wenn sie außerhalb "ihres Gartenzauns" Gehör finden wollten. Bei Arbeitslosigkeit oder dem hochwasserbedingten Ausbleiben von Touristen sitzen alle in einem Boot. Hinzu kommt die Herausforderung der nahen EU-Osterweiterung. Die Region Dresden grenzt an Tschechien und Polen - gleich zwei wichtige Beitrittskandidaten.

Aus der Situation heraus geboren
Die Zusammenarbeit mit der Region ist nicht die Frucht konzentrierter Überlegung, sondern auch aus der Situation heraus geboren. Die Landeshauptstadt beispielsweise gehört zwar von der Fläche her zu den größten Städten Deutschlands, aber ein Großteil ihres Territoriums wie die Dresdner Heide und das Schönfelder Hochland verschließt sich als Naturreservat der Stadtplanung. So verfügt Dresden kaum noch über freie Gewerbeflächen. Um Neuansiedlungen von Betrieben zu ermöglichen und damit Arbeitsplätze in der Region zu halten, bleibt nur die Zusammenarbeit mit den Nachbarstädten.
"Region Dresden" hat sich sechs Arbeitsschwerpunkte gesetzt. Zum Ersten will man sich national und international besser vermarkten. Zweiter wichtiger Punkt ist die Wirtschaftsförderung. Dort wollen die beteiligten Kommunen das richtige Maß zwischen gesundem Konkurrenzdenken untereinander und konsequentem Auftreten nach Außen finden.
Zum Dritten geht es um Tourismus, von dem ein Großteil der Region lebt. Dabei soll die Attraktion der Oberzentrums Dresdens auch für das Umland genutzt werden. Kleinere touristische Zentren wie Meißen, Pirna, Radebeul und Moritzburg profitieren direkt vom "Zugpferd Dresden" ebenso Unterregionen wie das Sächsische Elbland, die Sächsische Schweiz, das Müglitztal und das Osterzgebirge. Hinzu kommt: Viele Touristen kommen bereits zum dritten und vierten Mal in die Region, und die begnügen sich dann nicht mehr nur mit Zwinger, Frauenkirche und Schloss Pillnitz. Als vierten Punkt nennt Ulbig eine angemessene und für die Umwelt verträgliche Verteilung des Wohn- und Siedlungsraums.

Kein Zweifel an Notwendigkeit
Weiter geht es um die Bewältigung des Verkehrs, das reicht von einer flächendeckenden Versorgung mit dem öffentlichen Nahverkehr bis zu Anbindungen an die großen Fernverkehrsstraßen wie die Autobahn nach Prag. Und als letzter Punkt schwebt den beteiligten Kommunen eine Art Regionalentwicklungsplan vor. Inwieweit sich alle diese Ziele realisieren lassen, lässt auch Ulbig offen. Aber an der Notwendigkeit dieser Zielsetzung lässt er keinen Zweifel.