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Zehn Verletzte binnen 24 Stunden auf der A13

Update | Cottbus. Gleich mehrere schwere Unfälle haben seit Montagmittag zu erheblichen Verkehrsbehinderungen auf der A13 geführt. Die traurige Bilanz: zehn Verletzte. bob/mit dpa

Der schwerste Unfall ereignete sich in der Nacht zum Dienstag bei Teupitz. Vier Fahrzeuge und acht Personen waren darin verwickelt. Nach Informationen der Polizei mussten acht Personen mit Krankenwagen in die umliegenden Krankenhäuser gebracht werden. Sechs davon wurden schwer verletzt.

Die Verunglückten sind den Angaben zufolge im Alter von einem Jahr bis 33 Jahre. Das einjährige Kind wurde aber wohl nicht schwer verletzt. Ein Autofahrer musste von Rettungskräften aus seinem Wagen befreit werden.

Nach Angaben der Polizei rammte ein Taxi einen Kleintransporter mit Ladeanhänger. Dabei habe sich der Anhänger losgerissen und sei neben der Fahrbahn zum Stehen gekommen. Ein hinter dem Taxi fahrendes Auto musste so stark bremsen, dass ein Lastwagen auf den Wagen auffuhr und ihn in den Straßengraben drängte. Warum das Taxi den Transporter gerammt hatte, war zunächst unklar. Die A13 war am Dienstagmorgen in Richtung Berlin wegen der Bergungsarbeiten gesperrt. Probleme habe der Abtransport des Lastwagens bereitet. Den Gesamtschaden gibt die Polizei mit 150 000 Euro an.

Einen weiteren Unfall mit einer verletzten Person gab es am Morgen bei Ruhland, diesmal in Fahrtrichtung Dresden. Wie die Polizei am Morgen bestätigte, wurde der Unfall kurz nach 6.30 Uhr gemeldet. Nach ersten Erkenntnissen kam die Fahrerin mit ihrem Pkw von der Fahrbahn ab, kollidierte mit der Leitplanke und wurde wieder auf die Fahrbahn geschleudert. Andere Fahrzeuge waren zum Glück nicht involviert. Die 57-Jährige wurde zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht. Über die Schwere der Verletzung war zunächst nichts bekannt. Den Schaden gibt die Polizei mit 10 000 Euro an.

Bereits am Montag hatte es auf der A13 zwischen zwei Lkw gekracht. Zwischen Groß Köris und Teupitz war es laut Polizei zu einem Auffahrunfall am Stauende gekommen. Zwei Lkw waren beteiligt. Ein Rettungshubschrauber wurde angefordert, der den Fahrer (45) des hinteren Fahrzeugs in die Klinik flog. Zuvor war dieser mit schwerem Gerät aus der Fahrerkabine geborgen worden. Am Dienstag lag der 45-Jährige noch schwerverletzt auf der ITS-Station. Die Unfallstelle wurde zunächst abgesperrt, der Verkehr an der Abfahrt Groß Köris von der Autobahn abgeleitet. Auch nach Abschluss der Bergungsarbeiten und Unfallaufnahme staute sich der Verkehr an der Unfallstelle bis gegen 20 Uhr, wie die Polizei am Dienstagmorgen berichtete.

Warum kracht es ausgerechnet in den Sommerferien immer wieder auf der Autobahn? Experten sehen darin keinen Zufall. Der Halt am Ende eines Staus gehöre zu den gefährlichsten Situationen, nicht nur auf deutschen Autobahnen. "Dass im Sommer häufiger solche erschütternden Dinge passieren, hängt natürlich auch mit der Zahl der Staus im Urlaubsverkehr und den vielen Baustellen zusammen", erläutert ADAC-Sprecher Andreas Hölzel.

Vor allem Lkw sind immer wieder am Stauende in Unfälle verwickelt. So wie Ende Juli, als zwei tote Lkw-Fahrer an einem Montag auf der A13 zu beklagen waren. Ein wesentlicher Grund für solche Unfälle sind die Arbeitsbedingungen im Fernverkehr. "Das ist ein klassisches Schichtdienstproblem", sagt Verkehrspsychologe Christian Müller vom TÜV-Nord. "Der Tag-Nacht-Rhythmus ist bei Fernfahrern völlig durcheinander." Hinzu komme, dass die Fahrer selbst in den Ruhephasen auf den Rastplätzen nur selten ungestört schlafen könnten. "Das führt natürlich zur Tagesschläfrigkeit", sagt Müller.

Die Sicherheit im Straßenverkehr und die der eigenen Mitarbeiter ist für die Speditionen aber auch eine Kostenfrage. "Der Druck ist immens und wird immer wieder an die Fahrer weitergegeben", weiß Müller.