Zbigniew Brzezinski ist 89 Jahre alt geworden. Seine Tochter Mika berichtete am Wochenende auf Instagram: "Mein Vater ist heute friedlich von uns gegangen."

Der aus Polen stammende Brzezinski war zunächst Berater von US-Präsident Lyndon B. Johnson und später Sicherheitsberater von Präsident Jimmy Carter.

Zu seinen größten beruflichen Herausforderungen gehörte unter anderem die Geiselnahme des US-Botschaftspersonals in Teheran sowie die sowjetische Invasion in Afghanistan. Ex-Präsident Carter lobte seinen verstorbenen Ex-Berater als "hervorragenden Staatsdiener". Brzezinski habe in allen außenpolitischen Fragen seiner Regierungszeit eine Kernrolle gespielt - von der Normalisierung der Beziehungen zu China über die Vereinbarungen mit Russland zur nuklearen Rüstungsbegrenzung bis zum Camp-David-Abkommen über einen ägyptisch-israelischen Friedensvertrag. "Er war briliant, engagiert und loyal", so Carter. "Ich werde ihn vermissen."

Auch der polnische Präsident Andrzej Duda würdigte Zbigniew Brzezinski. "Er war einst die Stimme Polens - des freien Polens - im Weißen Haus und er hat unermüdlich dafür gekämpft, dass wir alle die Freiheit bekommen", schrieb der nationalkonservative Politiker der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) am Samstag im Kurznachrichtendienst Twitter.

Der gebürtige Warschauer hatte sich während des Kalten Krieges für den Helsinki-Prozess eingesetzt, der die kommunistischen Staaten Osteuropas zur Einhaltung der Menschenrechte verpflichtete.

"Die Welt hat einen meisterhaften Intellektuellen, einen erfahrenen und erfolgreichen Diplomaten, aber auch einen edlen Menschen und einen stolzen Polen verloren", erklärte Warschaus Chefdiplomat Witold Waszczykowski. Mit seiner festen Haltung zur Sowjetunion habe Brzezinski eine "Schlüsselrolle beim Zerfall des totalitären kommunistischen Systems" gespielt.

Brzezinski war mit seinen Eltern - der Vater war Diplomat - im Jahr 1938 in Kanada geblieben. Im folgenden Jahr marschierte Nazi-Deutschland in Polen ein.

Auch nach seiner politischen Beraterzeit hatte sich der ehemalige Sicherheitsberater immer wieder mit Artikeln und TV-Interviews in die aktuelle politische Debatte eingemischt. So kritisierte er den Irak-Krieg und warnte vor einem militärischen Eingreifen der USA in Syrien.