Brandenburgische Zahnärzte behandeln deutlich weniger Flüchtlinge als noch zu Jahresbeginn. Von Juli bis September gab es annähernd 2800 Behandlungen, wie die Kassenzahnärztliche Vereinigung Land Brandenburg (KZVLB) mitteilte. Im ersten Quartal seien es noch 5000 gewesen.

Vor einem Jahr hatte sich die Vereinigung wegen der vielen Behandlungen dafür ausgesprochen, in Erstaufnahmestellen ein Zahnarzt-Behandlungszimmer einzurichten. Mit der Rückläufigkeit der Untersuchungen sei das aber nicht mehr notwendig, sagte KZVLB-Vorstandsvorsitzender Eberhard Steglich.

Was generell die Versorgungslage von Zahnärzten angeht, steht Brandenburg gut da. Anders als bei Haus- und Fachärzten drohe keine Unterversorgung. In den nächsten zehn Jahren werde es keine Engpässe geben, betonte Steglich. Teilweise seien die Regionen sehr gut versorgt, Frankfurt (Oder) sei Spitzenreiter mit einem Versorgungsgrad von 147 Prozent.

Der Präsident der Landeszahnärztekammer, Jürgen Herbert, sieht auch keine Versorgungsengpässe in den nächsten Jahren, aber: "In der Uckermark und in der Prignitz werden die Fahrtzeiten für Patienten länger werden." Dort gebe es Praxen, die in den nächsten Jahren aus Altersgründen übergeben und vermutlich nicht alle wieder besetzt werden könnten. In Brandenburg gibt es laut KZVLB rund 1800 Zahnärzte. Davon hätten annähernd 1550 eine eigene Praxis, hinzu kämen rund 250 angestellte Zahnärzte.

Ein zweitägiger Kongress der brandenburgischen Zahnärzte geht heute in Cottbus zu Ende. Thema des inzwischen 26. Zahnärztetages ist unter anderem Digitalisierung in der Zahnmedizin.