Zudem gab es 2627 Freisprüche, in den restlichen Fällen wurde das Verfahren ohne Urteil eingestellt. Steigender Frauen-Anteil Der Anteil von Frauen an den Verurteilten stieg in den vergangenen zehn Jahren allerdings beträchtlich - von 11,4 Prozent (1998) auf 18,2 Prozent im vergangenen Jahr. "Die Gleichberechtigung in diesem Beritt schreitet kräftig voran", sagte Mackenroth mit einer Spur Sarkasmus. Sachsen reagiere auf diese Entwicklung. Als Beleg erwähnte der Minister den Bau einer Haftanstalt für Frauen in Chemnitz. An dem Projekt sind auch die Länder Sachsen-Anhalt und Thüringen beteiligt. Der Anteil von Ausländern an den Verurteilten lag bei 9,8 Prozent. Heranwachsende werden nicht zu milde behandelt. Unter das Jugendstrafrecht fielen im Vorjahr 5011 Menschen. In der Altersgruppe der 18- bis 21-Jährigen wurde in etwa der Hälfte der Fälle nach Erwachsenenstrafrecht geurteilt. "Der immer wieder erhobene Vorwurf, die Heranwachsenden würden von den Strafgerichten zu milde und zu oft nach Jugendstrafrecht behandelt, trifft damit für Sachsen eindeutig nicht zu", trat der Justizminister entsprechenden Darstellungen entgegen. Drei Morde geahndet Er verwies auf Länder, wo bis zu 80 Prozent der Betroffenen nach dem milderen Jugendstrafrecht behandelt werden. Nach Angaben Mackenroths weicht die Kriminalität junger Menschen deutlich von der Erwachsener ab. "Betrug und Untreue scheinen eher eine Domäne der Erwachsenen zu sein." Dagegen nähmen in der Altersgruppe bis 21 Jahre Gewalttaten und Diebstahl eine größere Rolle ein. 2008 wurden zwölf Angeklagte wegen versuchtem und drei wegen vollendeten Mordes verurteilt, bei Totschlag waren es zwölf. In 144 Fällen gab es eine Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern, 76 Beschuldigte wurden wegen sexueller Nötigung oder Vergewaltigung verurteilt. dpa/ta