In Sachsen geht die Zahl der Ermittlungsverfahren wegen Korruptionsverdachts weiter zurück. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft wurden in diesem Jahr bis Ende September insgesamt 16 Verfahren von den fünf Staatsanwaltschaften des Freistaats eröffnet. 2013 waren es im gesamten Jahr 41. „Die Zahlen belegen, dass wir ziemlich wenig Fälle haben, was erfreulich ist“, sagte Oberstaatsanwalt Wolfgang Klein vor dem Welt-Anti-Korruptions-Tag an diesem Dienstag. Allerdings lasse sich daraus nicht auf die tatsächliche Zahl der Bestechungen oder Bestechungsversuche schließen, „da die Korruption sich zumeist im Verborgenen abspielt“.

Auch das beim sächsischen Innenministerium eingerichtete Anti-Korruptions-Telefon klingelt eher selten. „In den letzten Jahren wurden jährlich durchschnittlich vier bis fünf Anrufe registriert“, hieß es dort. Dennoch habe es sich bewährt. Die mitgeteilten Fakten würden von der Stabsstelle Innenrevision beurteilt und dann an die zuständige Stelle der betroffenen Landes- oder Kommunalbehörde weitergeleitet.

Wie das Verfahren dort ausgeht, sei der Stabsstelle nicht bekannt. „Um im Verfahren die Anonymität sicherzustellen, können zu den einzelnen Sachverhalten keine Auskünfte erteilt werden“, hieß es.

„Erst einmal sind es nur Anzeigen, in denen Vorwürfe erhoben werden, und die dann zu einem Ermittlungsverfahren führen“, sagte Klein. Aber alle Hinweise würden ernst genommen.

Nur ein Ermittlungsverfahren - aber damit eins mehr als 2013 - habe in diesem Jahr die Integrierte Ermittlungseinheit Sachsen (Ines) geführt. Sie ist auf besonders schwere Korruptionsfälle in Sachsen spezialisiert. Im Visier standen die Polizeipräsidenten von Zwickau und Chemnitz, Johannes Heinisch und Uwe Reißmann, denen vorgeworfen worden war, Eintrittskarten für ein Motorradrennen am Sachsenring angenommen zu haben. Der Verdacht habe sich aber nicht erhärtet, sagte Klein. „Das Verfahren wurde eingestellt.“