Das Statistische Bundesamt hat die vorläufigen Zahlen zum Thema Familie vorgelegt. Die gute Nachricht: Das Geburtendefizit schrumpft. 715 000 Kinder wurden 2014 in Deutschland geboren, teilte die Behörde am Freitag mit. Das waren 4,8 Prozent (33 000 Babys) mehr als im Jahr davor. So viele Geburten wie seit zehn Jahren nicht.

Rückläufig ist die Zahl der Todesfälle: 2014 starben 868 000 Menschen - 2,8 Prozent (26 000 Verstorbene) weniger als im Jahr davor. Trotzdem liegt die Zahl der Todesfälle weit über der Geburtenzahl: "Wie in allen Jahren seit 1972 starben mehr Menschen, als Kinder geboren wurden", sagte Anja Conradi-Freundschuh vom Statistischen Bundesamt. Aber es deutet sich eine Trendwende an: 2014 lag die Differenz nur noch bei 153 000. Im Jahr zuvor waren noch 212 000 Menschen mehr gestorben als geboren wurden.

Um die Schere zwischen Geburten und Todesfällen zu schließen, gibt es nach Ansicht der Statistiker zwei Wege: mehr Kinder pro Frau oder mehr Zuwanderung. Heute bekommen Frauen im Schnitt ihr erstes Kind mit 30 Jahren und bringen 1,4 Babys zur Welt. Wollte man allein durch "mehr Kinder pro Frau" die Lücke schließen, müsste jede Frau 2,1 Kinder bekommen. Nach 1,25 Kindern im Jahr 1995 waren es 2005 schon 1,34 Kinder pro Frau. Aber: Nirgends in Europa liegt der Schnitt über zwei. Spitzenreiter ist Frankreich mit 1,99 Babys.

Und Option zwei? Jürgen Dorbritz vom Wiesbadener Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung glaubt, dass auch Zuwanderung nicht ausreichen wird. "So viel Zuwanderer kann Deutschland vermutlich nicht aufnehmen, umso so einen Effekt zu erreichen."