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Brandenburg
Zähneklappern nach der Wahl

Potsdam/Dresden. Nach der Bundestagswahl beginnt bei den Parteien in Brandenburg und Sachsen das große Zähneklappern. Einigermaßen überraschend wurde bei der SPD in Potsdam am Dienstag in der Sitzung der Landtagsfraktion intensiv über die Kreisgebietsreform diskutiert. Benjamin Lassiwe und Jan Siegel / iwe1

Nach RUNDSCHAU-Recherchen traten in der nichtöffentlichen Sitzung bis zu sechs Landtagsabgeordnete dafür ein, die Reform auszusetzen oder noch einmal zu verschieben. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sieht keinen Grund zum Innehalten. "Ich wüsste nicht, was ein Moratorium bringen soll", sagte Woidke. Trotzdem sagte er den unzufriedenen Abgeordneten zu, auf einer Klausur im Oktober noch einmal über Einzelheiten der Reform zu sprechen. Es brodelt in der SPD, wenn es um die Reform geht. "Ich stehe dem Thema weiter kritisch gegenüber", unterstreicht Kerstin Kircheis aus Cottbus.

Die oppositionelle CDU in Brandenburg ruft nach Neuwahlen im Land. Fraktionschef Ingo Senftleben spricht davon, dass die rot-rote Regierung nicht mehr handlungsfähig sei.

Gleichzeitig zerlegt sich die dreiköpfige Parlamentsgruppe der Freien Wähler im Potsdamer Landtag. Es geht um Geld und Macht.

In Sachsen verliert die AfD ihre bisherige Fraktionsvorsitzende im Landtag Frauke Petry, die inzwischen auch ihren Parteiaustritt angekündigt hat.

Der bisher auf Bundesebene recht einflussreiche CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Kretschmer aus der Lausitz ist noch ratlos. Er muss sich neue Betätigungsfelder suchen, nachdem er sein Direktmandat in Görlitz verloren hat.